Titel - Sprossen beim Trekking
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Rucksackgarten – Sprossen beim Trekking

Keine Menschenseele, kein Haus und vor allem keine Einkehr- oder Versorungsmöglichkeiten. So sieht es häufig auf Trekkingtouren aus, die nicht den ausgelatschten Pfaden folgen, sondern in die Wildnis führen. Dazu muss man nicht mal in den Weiten Kanadas oder Nordschwedens verschwinden. Manchmal reicht schon eine Wanderung durch Brandenburg.
Ganz wichtig auf solchen Touren ist die Essensplanung . Leicht, schnell zubereitet und möglichst sättigend sollte die Nahrung sein. Frische Paprika oder eine schöne grüne Gurke bleiben meist zu Hause. Dabei sind es gerade die frischen Zutaten, die man nach ein paar Tagen besonders vermisst.
Also warum nicht unterwegs für Grünzeug sorgen?
Als ich neulich vom ‚Trail Sprouting‘ hörte, war ich natürlich gleich angefixt.
Aber wie soll das unterwegs gehen? Und wozu eigentlich? Hier findest du alle wichtigen Infos für die deinen Mini-Rucksackgarten. 

Warum Sprossen beim Trekking?

Klein, grün und ein bisschen gelockt.
So sehen sie aus, wenn sie sich langsam ans Licht kämpfen.
Ich weiß das so genau, weil ich sie schon lange zu Hause auf der Fensterbank selbst züchte.
Alfalfasprossen, Brokkoliesprossen, Mungbohnensprossen, Radieschensprossen und und und. Es gibt sie in unzähligen Sorten. Und für mich sind sie vor allem eins: saulecker!
Ich denke, die meisten von uns haben als Kinder irgendwann mal winzigkleine Kressesamen auf ein Stück feuchtes Zellstofftuch gekrümelt und das Wunder der Natur ganz ungeduldig bestaunt. Auf frischem Brot mit Butter und Salz sind sie für mich auch immernoch unschlagbar.
Unterwegs gibt´s allerdings selten frisches Brot, aber Sprossen beim Trekking sind trotzdem eine tolle Ergänzung zum langweiligen Trockenfutter.
Und die kleinen Dinger können so einiges:
  • Nährstoffe: Vitamine, Vitamine, Vitamine. Klar, du musst ziemlich viele Sprossen essen, aber wenn du das schaffst, hast du das komplette Vitamin-Alphabet abgedeckt. Dazu kriegst du noch Eisen, Kalium, Zink, Magnesium und vieles mehr.
  • Geschmack: würzig, scharf, frisch, süßlich – der Geschmack von Sprossen ist sehr vielfältig und so eine sehr willkommene Abwechslung im Trekking-Speiseplan.
  • Verdauung: Wer beim Wandern unter Verdauungsproblemen leidet, kann mit Sprossen die Verdauung in Schwung bringen.
  • Leicht: Die Sprossen wiegen quasi nix. Sie würden locker den Preis für das leichteste Trekkingessen überhaupt gewinnen.
  • Ergiebig und günstig: Ein Päckchen Sprossen ist selbst in Bio-Qualität nicht teuer und die Menge an Samen ergibt die sechs- bis achtfache Menge an frischen Sprossen.
  • Einfach: Sprossen beim Trekking züchten ist gar nicht schwer. Es braucht nur ein bisschen Pflege, den Rest machen die kleinen Grünen ganz allein.

Womit kann ich Sprossen beim Trekking züchten?

Sprossengläser, Sprossenhäuser, Sprossentürme.  Alles nicht so ganz praktisch im Rucksack zu transportieren…
Aber zum Glück gibt es das SPROSSENSÄCKCHEN! Das ist ein ganz einfacher kleiner Leinen- oder Hanfsack mit Kordelzug. Wenn du nähen kannst, ist es für dich sicher kein Problem, so ein Säckchen selbst zu machen. Ich habe dieses Sprossensäckchen gekauft.
Frische Sprossen - Sprossen beim Trekking

Frische Sprossen

Bei der Recherche bin ich auch auf fertige Sprossenbeutel gestoßen. Habe ich leider noch nicht ausprobiert. Falls du sie dir besorgst, würde ich mich sehr über deine Erfahrungen damit freuen.

Wie kann ich Sprossen beim Trekking züchten?

Für die Sprossenzucht sind 3 Sachen wichtig:
  • gute Samen
  • ein Sprossenzuchtgerät
  • regelmäßig frisches Wasser
Wenn du im Alltag Sprossen züchtest, setzt du die Samen im Prinzip einfach an und wartest.
Für Sprossen beim Trekking musst du dir aber auch noch ein paar Gedanken zum Zeitplan machen, da die Sprossen mehrere Tage brauchen, bis du sie essen kannst.
Hast du nur einen kurzen Wochenendtrip geplant, bei dem du auch ohne Probleme Obst und Gemüse von zu Hause mitnehmen (oder auch mal einfach ohne auskommen) kannst? Dann wirst du wahrscheinlich nicht auf die Idee kommen, ein Sprossensäckchen mitzunehmen.
Sprossensäckchen am Rucksack - Sprossen beim Trekking

Sprossensäckchen am Rucksack

Bei Touren mit mehr als 3 Outdoor-Übernachtungen ohne Einkehrmöglichkeiten, können die Sprossen beim Trekking aber schon eine leckere Abwechslung sein. Und es macht ja auch Spaß, die kleinen grünen Dinger wachsen zu sehen 🙂
Im Prinzip gilt die Formel: 
12h Einweichzeit + 3-4 Tage Wachszeit = Fertig zum Knabbern.
Für kürzere Touren kannst du die Sprossen also am besten schon 1-2 Tage vor der Tour ansetzen.
Und so geht´s:
  • 3-4 EL Samen über Nacht (12 Stunden) einweichen (Samen komplett mit Wasser bedeckt)
  • am nächsten Morgen abspülen und ins (feuchte) Sprossensäckchen geben (am Abend auch ’nachfeuchten‘)
  • in den folgenden Tagen morgens und abends einmal mit frischem Trinkwasser spülen (einfach ca. 100ml ins Sprossensäckchen kippen, rauslaufen lassen und überschüssiges Wassser gut abschütteln)
  • Sprossen sollten immer feucht, aber nicht nass sein
  • nach 48 Stunden beginnen die meisten Sorten zu keimen
Sprossen und Sprossensäckchen - Sprossen beim Trekking

Sprossen und Sprossensäckchen – Sprossen beim Trekking

Welche Sorten sind gut als Sprossen beim Trekking geeignet?

Für die Sprossenzucht unterwegs nehme ich am liebsten Sorten, die keine allzu lange Keimzeit haben. Hier ein paar meiner Lieblinge:
Getreide
Einweichzeit (Std.)
Keimzeit (Tage)
Brokkoli
6 – 12
3 – 4
Dinkel
12
2 – 3
Kresse
3 – 6
Mungbohnen
12
3 – 6
Radieschen
6 – 12
2 – 5
Roggen
12
2 – 4
Weizen
12
2 – 4
Lecker und praktisch sind aber auch fertige Sprossenmischungen. Eine gute Auswahl an verschiedenen Sprossen gibt´s in jedem Bioladen.

Noch ein paar Tipps für Sprossen beim Trekking:

Tipp: Probiere die Sprossen ruhig schon kurz nach dem ersten Sprießen. Sie sind dann noch ziemlich körnig und knusprig. Finde den für dich besten Esszeitpunkt.
Tipp: Am besten hängst du das Sprossensäckchen mit einem Karabiner außen an deinen Rucksack, dann bekommen die Keimlinge ein wenig Licht und Luft.
Tipp: Wenn es sehr warm ist (und du auch nicht soviel Trinkwasser hast), kannst du das Sprossensäckchen in eine Ziploc-Tüte stecken, damit es nicht so schnell austrocknet.
Die Ziploc-Tüte schützt vorm Austrocknen - Sprossen beim Trekking

Die Ziploc-Tüte schützt vorm Austrocknen

Tipp: Das Sprossensäckchen kannst du ganz einfach mit einem milden Waschgel o.ä. und heißem Wasser waschen und an der Luft trocknen lassen. Einige Sprossen können das Sprossensäckchen verfärben. Ist aber nicht weiter schlimm.
Tipp: Auch wenn Sprossen (gekühlt) länger haltbar sind, solltest du sie am besten innerhalb einer Woche essen. Du musst auch nicht alle auf einmal verbrauchen. Im Gegenteil: In jedem Keimstadium schmecken die Sprossen anders, was noch mehr Abwechslung bietet.
Tipp: Wenn sich an den ‚Wurzeln‘ der Keimlinge zarte weiße Härchen bilden, ist das kein Schimmel! Das soll so 🙂 Bekommen allerdings die Samen selbst einen grünen oder schwarzen ‚Pelz‘, dann am besten weg damit. Einige nehmen nur den schimmeligen Teil weg, aber ich würde lieber auf Nummer sicher gehen…
Die kleinen weißen Wurzeln sind kein Schimmel - Sprossen beim Trekking

Die kleinen weißen Wurzeln sind kein Schimmel

Tipp: Wenn du zwei Sprossensäckchen hast, kannst du dich fast ohne Pause mit Sprossen versorgen. Während die Sprossen in dem einen wachsen, kannst du in dem anderen schon neue ansetzen.
Tipp: Besonders lecker finde ich eine Handvoll Sprossen auf Kartoffelpüree 🙂
Sprossen beim Trekking zu züchten ist in Deutschland noch relativ unbekannt und klingt für viele Wanderer auch erstmal ein bisschen fremd. Aber probier es einfach mal aus! Ich würde mich sehr über deinen ‚Erfahrungsbericht‘ freuen!
Wenn du noch andere Ideen zum Thema ‚Trekkingessen‘ suchst, dann schau doch mal hier vorbei:
Ultraleichtes Trekkingessen selbstgemacht
Frühstück beim Trekking
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