Wandern als Gefahr - Titel
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Wandern als Gefahr?

Wandern ist ein nachhaltiges Hobby. Das haben wir schon festgestellt. Doch auch Wanderer sind Menschen und haben somit einen Effekt auf ihre Umgebung. Und machen Fehler.
Wandern kann auch eine Gefahr sein. Für den Wanderer selbst und ebenso für die Menschen in seiner Umgebung und die Umgebung seines Wanderweges, für die Natur und das Tierleben.
Der Ausbau des Wandertourismus‘ wird besonders in den Alpen, aber auch in anderen beliebten Wanderregionen, immer mehr zum Problem. Überfüllte, zugemüllte Hütten, zertretene Wiesen bis hin zu Waldbränden. All das sind Probleme, die wir als Wanderer vermeiden können, wenn wir uns an ein paar einfache Regeln halten.

Wandern als Gefahr - im Wald

Leave nothing but footprints, take nothing but pictures

DIE Hauptregel und eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein: Alles, was du mitbringst in die Natur, nimmst du natürlich auch wieder mit nach Hause. Selbst auf den Berghütten solltet ihr nicht einfach eure vollen Müllbeutel wie selbstverständlich ausleeren. Klar, bei mehrtägigen Hüttentouren lässt sich das nicht vermeiden, aber bei kürzeren Wanderungen kannst du deinen Müll einfach zuerst hoch auf den Berg und dann wieder runtertragen. Kein Problem, oder?
Und mitnehmen sollten wir auch nichts. Ein Edelweiß würde sich doch super im Fotoalbum machen! Gut, dann mach ein Foto, aber lass die Pflanze stehen. Gegen eine Glückskastanie ist sicher nichts einzuwenden, aber vielleicht sollten wir nicht säckeweise das Abendessen der Waldbewohner nach Hause schleppen.

Auf den Wegen bleiben

Wild durchs Gebüsch streifen, auf Bäume klettern, sich noch einmal wie ein Kind beim Räuberspielen fühlen.
Und dabei Vögel in ihren Brutplätzen stören und geschützte Arten zertrampeln.
Die Wanderwege wurden mit viel Energie und Liebe geplant und sind meist so gelegt, dass sie ganz automatisch an den schönsten Stellen vorbeikommen. Also hab Vertrauen und bleib auf dem Weg.
Wegweiser - Märkische Schweiz

Wegweiser – Märkische Schweiz

Hunde anleinen

Nicht nur andere Wanderer werden es den Hundebesitzer*innen danken. Hunde gehören an die Leine, wenn sie nicht ganz sicher bei Fuß laufen. Besonders das Weidevieh und die Wildtiere sollten von den in ihren Lebensraum eindringenden Vierbeinern nicht gestört oder sogar gejagt werden. Jäger oder Bauern sind berechtigt, ‚wildernde‘ Hunde ohne Vorwarnung zu erschießen.
Solltet ihr mal mit Hund in Bärengebieten wandern, ist es unvermeidlich, ihn anzuleinen. Immer wieder hört man von (Stadt-)Hunden, die Bären zu ihren Besitzer*innen führen.

Kinder belehren

Doch nicht nur Hunde, sondern auch Kinder sollten wissen, wie sie sich in der Natur verhalten müssen. Tiere auf Weiden nicht stören (auch zum Wohl des Kindes), nicht mit Stöcken in Ameisenhaufen rumstochern oder wild Blumen am Wegesrand rausreißen. Du musst dein Kind nicht an die Leine nehmen, aber sprich mit ihm über unsere Rolle in der Natur. Und Kinder sind eigentlich schon immer die besten Umweltschützer, wenn die Eltern mit gutem Beispiel voran gehen.

Kochen am Loch Lomond

Sicherer Umgang mit Feuer

Gerade in diesem Sommer gab es in vielen Wandergebieten (besonders in Schweden) große Waldbrände. Die Trockenheit war unglaublich und schon der kleinste Funke konnte den Waldboden entflammen. Deshalb waren sogar Gaskocher verboten. In der Sächsischen Schweiz gab es ein Betretungs- (und somit Übernachtungs-) verbot nach 21 Uhr. Und trotzdem habe ich mehrmals in Wanderforen gelesen, dass diese Verbote einfach ignoriert wurden. „Ich passe schon auf und dann passiert nix.“ Und dann brennt der nächste Wald.
Informiere dich unbedingt über die Waldbrandstufen und eventuelle Verbote und beachte diese in JEDEM FALL!!! 
So, nun aber genug mit dem erhobenen Zeigefinger. Aber mich macht es einfach immer wieder wütend, wenn ich die Ignoranz einiger Menschen erlebe… Also trau dich ruhig auch, etwas zu sagen, wenn andere Wander*innen sich irgendwie daneben benehmen.
Mit ein bisschen gegenseitiger Rücksichtnahme ist doch das Wandern für alle Beteiligten gleich noch schöner und ein ganz wunderbares und nachhaltiges Hobby 🙂
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    2 Comments

  1. „du musst dein Kind nicht an die Leine nehmen“ 😀 haha, sehr cool. Bei manchen Kindern wäre es vielleicht besser. Bzw. bei den Erwachsenen. Es ist doch immer wieder traurig, wie mit unserer (Um-) Welt umgegangen wird, ohne Rücksicht auf Verluste. Einen tollen Text hast du da verfasst. Und manchmal braucht es eben auch den erhobenen Zeigefinger, um auf Missverhältnisse zwischen Mensch und Natur aufmerksam zu machen. Ich freue mich auf die nächsten Texte zum Thema!!

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Zwischen Rowardennan und Inversnaid

ÜBER MICH

Hey! Ich bin Anne und freu mich total, dass du auf meinem Blog gelandet bist. Hier findest du Eindrücke und Erlebnisse von meinen großen und kleinen Ausflügen zu Fuß. Dazu noch ein paar Erfahrungen mit Ausrüstung, Ernährung und allem, was zum Wandern gehört.

Und nicht vergessen: einfach mal loslaufen!

Ich würde mich sehr freuen, von dir zu hören!

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