Wanderkleidung - Titel
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Kleider machen Wanderer – nachhaltige Outdoorbekleidung

Ich komme aus Thüringen. Und als ich früher mit meinen Eltern wandern war, sah unsere Montur folgendermaßen aus: Jeans, T-Shirt, Turnschuhe und noch nen Pulli, falls es kälter wird. Und die Klampfe in der Hand.
Mein Vater geht mit seinen Kumpels immer noch so wandern.
Ich habe mich in der Zwischenzeit umgezogen. Zip-off-Wanderhosen oder Merinoleggings, Merino-Shirt, Funktionsfleece, HighTech-Regenjacke, ja sogar spezielle Wandersocken, von dessen Preise mein Vater locker 4 Bier bei der Einkehrpause trinken könnte.
Im voller Montur

In voller Montur

Und wozu das alles? Warum bin ich nicht einfach bei Jeans und T-Shirt geblieben?
Weil mein Vater zweimal im Jahr 3 Stunden durch den Thüringer Wald schlurft. Dafür braucht man keine Spezialkleidung.  Ich aber bin nicht nur bei etlichen Tagestouren, sondern auch oft mehrere Wochen am Stück wandernd unterwegs. Und da zahlt sich gute Kleidung aus. 
Doch was kann professionelle Outdoorkleidung besser als Jeanshose und Baumwoll-Shirt?

Vorteile von spezieller Outdoorbekleidung

Angenehmes Tragegefühl – Da Funktionskleidung atmungsaktiv ist und der Schweiß schnell abtransportiert wird, fühlt sich der Stoff auf der Haut nicht feucht und schwer an. Das verhindert auch, dass du zu schnell auskühlst. Auch entsteht weniger Reibung als in schweißfeuchter Baumwollkleidung. Ich erinnere mich noch gut an den ersten Wolf, den ich mir in einer Jeans gelaufen habe…
Schnell trocknend – Besonders bei Mehrtagestouren ein wichtiger Punkt, wenn man nur wenig Kleidung dabei hat und diese waschen möchte oder sie vom Regen nass geworden ist. Schonmal versucht, Baumwolle oder eine Jeans über Nacht in einer Hütte ohne Wärmeraum zu trocknen?
Leicht – Funktionswäsche wiegt im Prinzip fast nichts und ist trotzdem widerstandsfähig und langlebig.
Wasserdicht – Im Regen ein Geschenk: eine hohe Wassersäule. Dieser Wert bezeichnet die Wasserdurchlässigkeit eines Materials. Je höher, desto besser. Wie hoch die Wassersäule für dich sein muss, kommt auf das Produkt und den Verwendungszweck an. Gute Regenjacken haben meist eine Wassersäule von 10.000mm, solltest du allerdings mit einem schweren Rucksack unterwegs sein, sind 20.000mm besser. Lass dich am besten im Fachgeschäft beraten. Doch ebenso wichtig wie die Wassersäule, sind getapte Nähte, eine gut sitzende Kapuze und eine guter Frontreißverschluss.
Nun geht es hier bei uns ja um Nachhaltigkeit beim Wandern. Und die meisten Outdoorkleidungsstücke haben einen entscheidenden Nachteil.
Regenwetter mit Aussicht - Premužić Trail

Nachteile von spezieller Outdoorbekleidung

Sie sind oft aus Kunstfasern wie Polyester, Polyamid und Elasthan. Das bedeutet:
  • Erdöl ist die Basis für die meisten Kunststoffe und ein nicht nachwachsender Rohstoff.
  • Beim Waschen gelangt sich ablösendes Mikroplastik in den Wasserkreislauf.
  • Lange Haltbarkeit kann zum Müllproblem werden, da die meisten Outdoorprodukte nicht biologisch abbaubar sind.
  • Kunstfasern lassen dich schnell stinken. Dem wird mit Nanonsilber entgegengewirkt, was aber wiederum schädlich für die Umwelt ist, wenn es beim Waschen ins Abwasser gerät.

Nachhaltige Alternativen für Outdoorbekleidung

Funktionskleidung aus Naturfasern
Wolle – ein Klassiker und besonders beliebt, weil es wärmt und kühlt und auch nach Tagen noch nicht stinkt. Die meisten Wanderer tragen besonders Kleidung aus Merinowolle. Dazu morgen mehr 🙂
Holz – Lyocell/ Tencel®, so heißt eine aus Eukalyptusholz hergestellte Faser, die großartige Eigenschaften besitzt. Saugfähig, wärmt wie Wolle, kühlt wie Leinen, knittert nicht und ist auch noch ziemlich resistent gegen geruchsbildende Bakterien. Dazu ist sie auch noch biologisch abbaubar.
Funktionskleidung aus recyceltem Kunststoff
Viele Firmen kümmern sich glücklicherweise schon darum, ihr Produktion umweltschonender zu gestalten. Gute Beispiele hierfür sind Patagonia und Vaude, die Kleidung zu großen Teilen aus eingeschmolzenen PET-Flaschen oder aus Kunststoff, der aus Pflanzenöl gewonnen wird, herstellen oder (ab)genutzte Kleidung zurücknehmen und wieder dem Recycling-Kreislauf zuführen. Aber es gibt auch viele kleinere Labels und Outdoorshops, die sich auf nachhaltig produzierte Produkte spezialisiert haben.
Lange tragen
Wenn du dann eine Grundausstattung an Outdoorbekleidung zusammenhast, solltest du auch versuchen, diese so lange wie möglich zu tragen. Meine oben schon beschriebenen Kleidungsstücke habe ich schon über Jahre und höchstens die Socken muss ich regelmäßig austauschen. Und wenn du doch mal etwas Neues brauchst, dann kannst du auch zuerst auf diversen Second-Hand-Portalen nachschauen, ob da schon was für dich dabei ist. Dazu gibt es einmal bei Facebook einige Outdoor-‚Marktplätze‘ aber auch auf Ebay-Kleinanzeigen kannst du gute Angebote finden.
Wie sieht dein Wanderkleiderschrank so aus? Hast du Tipps, wie man sich noch nachhaltig kleiden kann? Her damit in den Kommentaren 🙂
Noch mehr Infos zum Thema Nachhaltigkeit beim Wandern gefällig? Dann lade dir ganz kostenlos mein E-Book „Nachhaltig Wandern – 21 grünere Alternativen für deine Wanderklassiker“ herunter!
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Zwischen Rowardennan und Inversnaid

ÜBER MICH

Hey! Ich bin Anne und freu mich total, dass du auf meinem Blog gelandet bist. Hier findest du Eindrücke und Erlebnisse von meinen großen und kleinen Ausflügen zu Fuß. Dazu noch ein paar Erfahrungen mit Ausrüstung, Ernährung und allem, was zum Wandern gehört.

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