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Camino Primitivo – Infos, Tipps und Erfahrungen

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Neulich hat mich jemand gefragt, warum ich Caminos laufe. Oder eigentlich, warum, obwohl es jetzt jeder macht. Warum nicht etwas anderes? Schon zum sechsten Mal?!
Ja. Warum?
Weil es so einfach ist. Und weil es wie Heimkommen ist.
Und trotzdem bin ich so schrecklich aufgeregt, als ich meine Sachen raussuche und in den Rucksack stopfe. Packen geht mittlerweile wie von selbst. Einen Tag, bevor es losgeht, krame ich alles zusammen, mache einen Haufen und versuche diesen in den kleinen Roten zu bekommen. Der kleine Rote ist über die Jahre immer kleiner geworden und doch packe ich in diesem Jahr ziemlich schludrig. Auch, weil ich weiß, dass es für mich keinen Unterschied macht, ob ich 6 oder 8 Kilo dabeihabe. Ich kann auch 15 Kilo tragen. Oder 5. Irgendwann tut´s eh weh. Und irgendwann nicht mehr – egal, wie schwer der Rucksack ist.
In diesem Jahr waren es 8 Kilo. Ein paar neue Sachen durften mit. Viele alte auch… Und absolut keine Erwartungen. Außer der Gewissheit, dass alles gut wird. Und so wurde es dann auch. Auf MEINEM Camino Primitivo.
Der kleine rote Wanderrucksack auf dem Camino Primitivo

Geschichte des Camino Primitivo

Dieser Weg ist der Königsweg. Alfonso, der Keusche machte sich vor vielen hundert Jahren von Oviedo auf, um das kurz zuvor entdeckte Apostelgrab zu besuchen. Er war es auch, der an dieser Stelle eine erste einfache Kirche errichten ließ. Heute ist die Kathedrale von Santiago de Compostela eines der bekanntesten Gotteshäuser der Welt und Tausende pilgern jährlich, wie einst König Alfonso, zu den Gebeinen vom Heiligen Jakobus.
Doch die meisten bevorzugen heute (glücklicherweise) die Hauptroute, den Camino Francés, um sich selbst zu finden, Abbitte zu leisten, in Kontakt zu Gott zu kommen, Menschen, Kulturen und Natur zu erleben. Oder um einfach für längere Zeit zu Fuß unterwegs zu sein.
Der Camino Primitivo ist immer noch der Exot unter den Jakobswegen und macht deshalb seinem Namen alle Ehre: Primitiv bedeutet in diesem Zusammenhang nämlich nichts anderes als ‚ursprünglich‘.
Bergpfade auf dem Camino Primitivo

Bergpfade auf dem Camino Primitivo

Herausforderung Camino Primitivo

Und auch deshalb ist es der Königsweg: Er gilt als der anspruchsvollste und herausforderndste Jakobsweg. Er führt durch das kantabrische Gebirge und so müssen des öfteren 800 Höhenmeter und mehr auf einer Tagesetappe bewältigt werden.
Viele Leute sind abgeschreckt durch das Höhenprofil. Jedoch gibt es mittlerweile ein relativ gut ausgebautes Herbergsnetz. Etappen über 30km sind somit nicht mehr nötig. Vielmehr lässt sich der Camino Primitivo prima in Etappen von um die 20km (auch mal weniger) aufteilen. Dennoch ist es kein Spaziergang. Es geht stetig bergauf und dann wieder steil bergab. Knie und andere Gelenke haben ordentlich zu tun. Ich würde jedoch behaupten, dass der Primitivo nicht schwieriger zu gehen ist, als z.b. der Camino del Norte.
Bergwandern auf dem Camino Primitivo

Kartenmaterial für den Camino Primitivo

Die bekanntesten Pilgerführer für den Camino Primitivo gibt es vom Rother Verlag (das rote Büchlein*)  oder vom Conrad Stein Verlag (das gelbe Büchlein*). Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Bei den roten Führern mögen viele die Karten, beim gelben Büchlein ist meiner Meinung nach die Planung viel einfacher, da hier nicht von festen Etappen ausgegegangen, sondern von Herberge zu Herberge beschrieben wird. Somit kannst du deine eigene Etappenlänge festlegen.
In den letzten Jahren ist natürlich für viele auch das Smartphone nicht mehr wegzudenken und natürlich gibt es auch eine Vielzahl an Camino-Apps. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der App BUEN CAMINO gemacht. Sie enthält Informationen zu allen Herbergen und Einkehrmöglichkeiten, du kannst die Karten offline verfügbar machen und über GPS sogar immer sehen, wie viele Kilometer es noch bis zu deinem Etappenziel sind (ohne nerviges Rechnen). Hier findest du fast alle Caminos, auch die weniger bekannten. Die Karten sind kostenpflichtig, aber es lohnt sich. Besonders, wenn du vom Pilgervirus infiziert wurdest und der Camino Primitivo nicht dein letzter war.
Auch sehr hilfreich bei der Planung ist die Webseite GRONZE, die wahrscheinlich aktuellste Quelle für Infos über Herbergen & Co.
Wegweiser auf dem Camino Primitivo

Wegweiser auf dem Camino Primitivo

Anreise zum Camino Primitivo

Oviedo ist der Start des Camino Primitivo. Wie immer gibt es viele Möglichkeiten für die Anreise. Ich habe das Flugzeug gewählt. Über Madrid flog ich zum Flughafen Asturias, von wo immer zur vollen Stunde ein Bus ins Stadtzentrum von Oviedo verkehrt (mit ALSA // von 6:00 – 0:00 Uhr // Preis: 9 Euro).
Du kannst auch von Madrid mit dem Bus weiterfahren, was allerdings 6,5 Stunden dauert.
Weiter größere Flughäfen in der Nähe von Oviedo sind Santander und Bilbao, oder du buchst gleich einen Hin- und Rückflug nach Santiago de Compostela und nimmst von da den Bus (z.B. über Villalba // ca. 6 Stunden).
Am besten schaust du mal bei ROME2RIO, welche Möglichkeiten von deinem Heimatort am besten zu dir passen.
Altstadt von Oviedo mit Kathedrale

Altstadt von Oviedo mit Kathedrale

Meine Etappen auf dem Camino Primitivo 

Langer Wanderbericht, detaillierte Etappenbeschreibung oder doch lieber kurz und knackig alle wichtigen Fakten? Ich habe mich entschieden, eine ganz persönliche Sicht auf meinen Camino Primitivo zu geben. Mit meinen bewegendsten Momenten,  und individuellen Tipps zu Übernachtung, Essen und was sonst noch wichtig ist.
Auf dem Camino Primitivo

Auf dem Camino Primitivo

Etappe 0: Anreise nach Oviedo – Start des Camino Primitivo

Angekommen. Nach einer langen Anreise mit Verspätungen und Aufenthalten stehe ich nun endlich vor meiner Unterkunft in Oviedo. Schnell rein, Doppelstockbett beziehen, schon ein bisschen mit anderen Pilgern quatschen und dann erstmal auf die Suche nach etwas Essbarem gehen.
Doch es ist 18 Uhr und es ist Spanien. Also blieb mir nach längerem Rumirren erstmal nur eine der vielen Bars bis zur Abendessenzeit ab 20/21 Uhr.
Asturien – die Provinz, von der Oviedo die Hauptstadt ist – hat eine ganz besondere Spezialität (wie auch andere Regionen an der spanischen Nordküste):
Sidra!
Ich kannte dieses alkoholische Erfrischungsgetränk schon von meiner Zeit auf dem Camino del Norte, doch hatte ich das ganze Schauspiel drumherum noch nie erlebt. Ich also gleich mal zur ersten Sidreria in der Nähe der Herberge und einen Sidra bestellt. Gerechnet hatte ich mit einem Glas, bekommen habe ich eine ganze Flasche. Und ein ziemlich großes Glas. Der Kellner nahm dieses und schenkte, die Flasche hoch über dem Kopf, mit größtmöglichem Abstand von Flasche zu Glas in einem langen Strahl den sprudeligen Apfelwein ein und gab es mir direkt in die Hand. Das Glas war vielleicht zu einem Viertel gefüllt, ich hatte Durst und trank es in einem Zug aus.
So wird Sidra eingeschenkt 2

So wird Sidra eingeschenkt 

Ssssssauer! Ich erinnerte mich wieder an meine erste Kostprobe vor ein paar Jahren und wusste, dass der erste Schluck einfach nicht so geil schmeckt. Aber man gewöhnt sich dran.
Doch nun war mein Glas erstmal leer, die Flasche auf dem Tisch und der Kellner weg. Ich erlaubte mir (Durst!) einen ganz schönen Faux-Pas, als ich mir einfach selbst GANZ NORMAL nachschenkte. Puh, keiner gesehen… Denn meine Beobachtungen der anderen Gäste ergaben, dass man immer schön wartet, bis der Kellner an den Tisch kommt und mit Schwung und Gepritze die neue Ladung Sidra ins Glas befördert. Und immer nur einen kleinen Schluck… So leerte sich auch meine Flasche nach und nach, auch wenn es mir doch ein wenig unangenehm war, dass der Kellner alle 5 Minuten fragte, ob er nachschenken solle… und ich immer brav mit „Si!“ antwortete.
Das Gute daran? Auch wenn man allein am Tisch sitzt, hat man doch regelmäßig Gesellschaft 🙂
Sidra

Sidra

 Unterkunft:  touristische Herberge „La Peregrina“* nahe der Kathedrale – nicht die lauschigste Atmosphäre im Erdgeschoss eines Wohnhauses, aber saubere Betten und Sanitäranlagen sind nach der langen Anreise erstmal alles, was ein Pilger braucht… (Preis: 20 Euro)
 TIPP:  Mein Sidra-Erlebnis hatte ich auf dem „Bulevar de la Sidra“. In der Calle Cascona reiht sich eine Sidreria an die andere und du hast die Qual der Wahl. Am Abend (besonders an den Wochenenden) kann es schon mal voll werden und der Sidra rinnt in Bächen die Straße entlang. Denn bei dieser waghalsigen Einschenkmethode geht natürlich auch einiges daneben.
Kathedrale von Oviedo - Start des Camino Primitivo

Kathedrale von Oviedo – Start des Camino Primitivo

Etappe 1: Oviedo – Paladin (19,6 km)

Oh, er geht weiter. Zum Glück!
Mit einem leisen „Buen Camino“ lief ein Pilger auf der anderen Seite der Landstraße an mir vorbei. Ich war noch nicht bereit für lange Gespräche und neue Bekanntschaften. Ich saß in einer kleinen Bar und wollte einfach in Ruhe mein Bocadillo essen. Als ich fertig war und meinen Rucksack aufsetzte, hoffte ich, dass genug Zeit und Weg zwischen mir und dem Mann lagen, so dass ich allein die letzten Kilometer zu meinem angepeilten Etappenziel in Escamplero gehen konnte. Alles in allem waren es an diesem ersten Tag nur 13km, ich wollte es langsam angehen lassen.
Blick von der Kirche Santa Maria de Naranco abseits des Camino Primitivo

Blick von der Kirche Santa Maria de Naranco abseits des Camino Primitivo

Wieder auf dem Weg, dachte ich sogar kurz darüber nach, einfach auf der Landstraße zu bleiben und mir einen sehr steilen Anstieg zu ersparen, da der Camino kurz nach meiner Pause weg von der Straße und durch ein Tal erst bergab und dann wieder bergauf nach Escamplero führte. Auf der Landstraße schön gemächlich und 1 km kürzer ohne nennenswerte Erhebungen. Nun gut, ich wollte aber auch nicht gleich am ersten Tag schwächeln und so bog ich in den grasüberwachsenen Pfad ein und… traf natürlich auf besagten Pilger, der gerade vor mir fast über eine Wurzel stolperte. „That happens when you´re texting while walking“ sagte er grinsend in breitem American English und schon war das Eis gebrochen. Dieser Moment war es, der meinen Camino Primitivo am stärksten beeinflusst hat. Ich traf Steve.
Steve und ich auf der Hospitales-Route

Steve und ich auf der Hospitales-Route

Wir quatschten sofort drauf los, ich erzählte von mir, meiner Frau, er erzählte von sich, seinem Job, seiner Familie, seinem bisherigen Camino (er war zu diesem Zeitpunkt schon 2 Monate unterwegs) und gemeinsam erreichten wir Escamplero. Er war nicht sicher, ob er hier bleiben wollte oder doch weiter nach Grado laufen sollten (noch 13km). Die öffentliche Herberge in Escamplero ist eng und sehr einfach und war zum Zeitpunkt unseres Ankommens leer.
Doch warum sofort entscheiden, wie und ob es weitergeht? So ließen wir uns erstmal auf dem betonierten Vorplatz der Herberge nieder, teilten unsere Vorräte und quatschten weiter. Über Wanderschuhe, Deutsche und wie es sich anfühlt Leben zu retten (Steve ist Arzt in der Notaufnahme). Und über Patientenverfügungen, Männer und Frauen und schließlich darüber, dass wir uns beide sehr gut vorstellen könnten, zusammen weiterzugehen.
Und so hat sich meine anfängliche Soziophobie innerhalb weniger Stunden in eine der engsten Bindungen verwandelt, die ich je auf einem Camino zu einem Mitpilger hatte.
Idyllischer Weg auf dem Camino Primitivo

 Unterkunft:   Villa Palatina*  – die nagelneue Herberge (sie hat erst 1 Woche vor unserem Aufenthalt eröffnet) ist zwar ein wenig teurer (15 Euro im Schlafsaal – Menü 12 Euro), aber dafür kannst du dich in einem wunderschönen, sehr liebevoll renovierten alten Haus von deine 1. Etappe erholen. Es gibt einen großen Garten mit vielen Sitzgelegenheiten und der Bach, der direkt am Haus vorbeiführt, lädt dich mit kleinen Sitzhockern zum Füßekühlen ein.
 TIPP: Im gelben Outdoor-Führer ist schon direkt zu Beginn des Camino Primitivo ein Umweg über zwei Kirchlein beschrieben, den ich selbst gegangen bin und auch uneingeschränkt weiterempfehlen möchte! So bekommst du schon auf der ersten Etappe einige kulturelle Mini-Highlights zu Gesicht und wunderbare Ausblicke auf Oviedo und die dahinterliegenden Berge.
Kirchlein Santa Maria de Naranco abseits des Camino Primitivo

Kirchlein Santa Maria de Naranco 

Etappe 2: Paladin – Salas (28,4 km) – La Espina

Nach einer langen, aber sehr schönen Etappe erreichte unsere kleine Pilgergruppe (in Escamplero hatte sich noch kurz vor unserem Aufbruch Richtung Paladin Julia, eine junge Deutsche, zu uns gesellt) endlich Salas. Das kleine Städtchen mit seinen Festungsmauern begrüßte uns mit wuseligem Treiben. Ein Stadtfest sollte hier heute  beginnen.
Wir hatten uns schon früher die Herberge „La Campa“ herausgesucht und waren ziemlich froh, als wir diese endlich erreichten. Erleichtert griff ich zum Türknauf und… verschlossen! Oh nein! Das Schild an der Tür übersah ich erstmal und rüttelte weiter, da im Inneren Menschen zu sehen waren. Doch nichts half… Der Zettel sagte uns auf Spanisch, dass die Herberge erst am 1. Mai eröffnet und so trotteten wir müde davon. Gerade, als wir schon wieder auf dem Weg zu einer anderen Unterkunft waren, lief uns jemand nach. Der Hospitalero von „La Campa“. Ja, er öffne eigentlich erst in ein paar Tagen, aber ein Bett könne er uns trotzdem schon anbieten. Zwar gebe es dann kein Abendessen, da der Koch noch nicht da sei, aber zum Schlafen sei schon alles bereit. Yeah!
Bis dahin hatten wir das geschäftige Leben um uns rum nur nebenbei wahrgenommen und gar nicht bemerkt, dass die Herberge am Hauptplatz des Ortes lag und direkt vor unserem Fenster eine riesige Bühne aufgebaut wurde.
Erstmal duschen, ausruhen, Füße versorgen und dann irgendwo etwas essen. Die wichtigsten Pilgerbedürfnisse.
Gerade als wir alle schon duftend und mit nassen Haaren für ein Päuschen in unseren Betten lagen (Wäsche hatten wir auch schon gewaschen), kam unser Hospitalero ins Zimmer. Der nette Holländer sah ziemlich bedröppelt aus. Er eröffnete uns, dass die Bühne DIREKT vor unserem Fenster nicht, wie zuerst von ihm vermutet, morgen Abend, sondern schon heute bespielt werden würde. Wir dachten. ‚Na ja, ein bisschen Musik bis 22 Uhr – kein Ding!‘ Doch Nicolas meinte, dass hier in Spanien mit einer Bühne vor dem Schlafzimmer bis mindestens 4 Uhr morgens an Nachtruhe nicht zu denken sei.
Und so kam wieder alles anders, als gedacht.
Er bot uns an, uns mit seinem Auto in die nächste Herberge nach La Espina zu fahren, wo eine Freundin von ihm auch eine Herberge betreibt. Kurz nachgedacht, kurz diskutiert und schon hatten wir unsere (zum Teil noch klatschnassen) Sachen zusammengerafft und waren auf dem Weg zum Auto.
Mitfeiern wäre doch cool gewesen, sagen jetzt sicher einige. Aber nach fast 30km in den Beinen und noch mehr vor uns in den kommenden Tagen, entschieden wir uns für ein ruhige Nacht und nahmen das Angebot von Nicolas gern an.
In der Herberge „El Texu“ verbrachten wir dann einen gemütlichen Abend mit selbstgekochtem polnischen Essen (die Hospitalera ist Polin) und schliefen zu dritt in einem 10-Personen-Schlafsaal. Luxus und mal wieder typisch Camino. Der Weg gibt dir immer, was du brauchst.
Abendessen in der Herberge El Texu

Abendessen in der Herberge El Texu

 Unterkunft:  Herberge „La Campa“* in Salas // Herberge „El Texu“ in La Espina – beide Herbergen werden mit Liebe von zwei sehr engagierten Leuten geführt. In beiden gibt es die Möglichkeit (für 5-10 Euro) am gemeinsamen Abendessen teilzunehmen.
 TIPP:  Leider konnten wir es selbst nicht ausprobieren, haben aber von vielen Pilgern gehört, dass man sich in Salas eines nicht entgehen lassen sollte: Das üppige Fünf-Gänge-Pilgermenü für zehn Euro in der „Casa Pachón“ direkt am Hauptplatz der Stadt.
Weg auf dem Camino Primitivo

Etappe 3: (Salas) La Espina – Tineo (19,8 km / 11,3 km) 

„Wie ist der Weg von Salas nach La Espina?“ fragten wir Nicolas im Auto auf dem Weg zu unserer Ausweichunterkunft. Er hatte uns angeboten, uns am nächsten Tag wieder zurück nach Salas zu bringen, sodass wir keine Camino-Kilometer verpassen. „Steil und matschig.“ Hmmm… 9 steile und matschige Kilometer. Oder einfach entspannt eine Mini-Etappe direkt von La Espina bis Tineo gehen. Wir entschieden uns dagegen. Schlechtes Gewissen? Nö!
HYOH – Hike your own hike. Dieser Spruch ist besonders bei amerikanischen Wanderern auf den langen Trails durch die USA ein beliebter Tipp. Also taten wir genau das. Wir wanderten so, wie WIR es wollten.
Und diese Entscheidung brachte uns Entspannung und eine laaange Pause an einem wunderbaren Ort mit Blick auf die Berge. Mehrere Stunden verbrachten wir auf der lauschigen Sitzecke kurz vor Tineo. Quatschen, schweigen und erste Kontakte zu den anderen Pilgern, die an uns vorbeizogen.
Was für ein schöner Tag, der in der öffentlichen Herberge von Tineo endete.
Pausenaussicht auf dem Camino Primitivo

Pausenaussicht 

 Unterkunft:  einfache öffentliche Herberge „Mater Christi“ – großer Schlafsaal mit 30 Betten, hübsche Sitzmöglichkeiten vor dem Haus, kleine Küche. (Preis: 6 Euro)
 TIPP: Lass dir Zeit und höre auf dich und deine Bedürfnisse. Schnell lässt man sich von anderen beeinflussen. Möchte ich die lange Etappe heute laufen? Schaffe ich das? Möchte ich eine Pause machen? Genau an diesem Ort? Oder möchte ich einfach mal im Flow bleiben und durchlaufen? Sind öffentliche Herbergen mit 20 anderen im Schlafsaal mein Ding? Kann ich es mir wirklich leisten, immer in (etwas teureren) privaten Herbergen zu schlafen? Selbst kochen oder doch jeden Abend ein Pilgermenü essen? Viele Möglichkeiten, viele Entscheidungen. Triff deine eigenen!
Da geht´s lang - Wegweiser auf dem Camino Primitivo

Buen Camino!

Etappe 4: Tineo – Samblismo (17,6 km)

Angekommen. Jetzt so richtig. Nicht nur räumlich. Auch emotional war ich jetzt auf dem Camino Primitivo.
Die tolle Landschaft, blühende Wiesen und immer die noch schneebedeckten Bergspitzen in der Ferne. Schöne naturbelassene Wege, Kühe, Ziegen, Schafe mit ihren Jungen – und die lieben Mitpilger.
Kuh auf dem Camino Primitivo

Kuh auf dem Camino Primitivo

In Samblismo angekommen, spürte ich zum ersten Mal richtiges Pilger-Feeling. Bekannte und neue Gesichter. Alle saßen wir gemeinsam auf Plastikstühlen mitten auf der kleinen Dorfstraßen, tranken Bier und tauschten uns über unsere bisherigen Erfahrungen auf dem Primitivo aus. Pilger aus Japan, Deutschland, Spanien, den Niederlanden und den USA. Ein bunte Truppe, junge Leute, die ihren ersten Camino laufen, ältere, die schon ein ganzes Buch über ihre Zeit auf verschiedenen Jakobswegen schreiben könnten und der nette, zurückhaltende Hospitalero Javier machten diesen Abend für mich unvergesslich.
Herberge in Samblismo auf dem Camino Primitivo

Herberge in Samblismo 

 Unterkunft:  Herberge Samblismo – Kurz vor dem Aufstieg zur berühmten „Hospitales-Etappe“ hat Javier in einem kleinen alten Bauernhaus einen schönen Platz für 12 Pilger geschaffen. Gemeinsames Abendessen mit Aussicht inklusive. Sollte es in der Hochsaison voll sein und ein unangemeldeter Pilger kommen, so gibt´s im alten Kornspeicher (Horreo) noch ein ‚Bett‘ im Zelt. (Preis inkl. Abendessen: 15 Euro)
 TIPP:  Ein sehr lohnenswerter Umweg bietet sich etwa 8 km hinter Tineo an. Viele Pilger scheinen hier eh die richtige Wegführung zu verpassen. Es geht unvermittelt scharf links weiter auf dem Camino, während das Gefühl einen eher halb rechts in Richtung des Klosters Santa Maria Real zieht. Und warum Gefühlen nicht mal folgen. Nach gerade mal 400 Metern erreichst du das verlassene, halb verfallene und teilweise schon zugewachsene Kloster. Ein magischer Ort!
Verlassenes Kloster Santa Maria Real auf dem Camino Primitivo

Verlassenes Kloster Santa Maria Real 

Etappe 5: Samblismo – Berducedo (23,5 km) 

Daunenjacke? Regenhose? Lange Unterhose? Ich hatte mit allem gerechnet. Schnee, Sturm, Nebel – die Hospitales-Etappe kann alles. Noch ein paar Tage vor unserer Zeit soll es geschneit haben und die Pilger sind an Restschneefeldern vorbeigekommen.
Bei uns schien die Sonne. Wunderschönstes Wetter, vielleicht sogar ein bisschen zu schön. Doch ich will mich nicht beschweren, hatte ich mich doch besonders auf diese Etappe schon lange gefreut. Vielleicht war sie sogar der Grund, dass ich unbedingt den Camino Primitivo laufen wollte.
Morgenstimmung beim Aufstieg über die Hospitales-Route auf dem Camino Primitivo

Morgenstimmung beim Aufstieg 

Die Hospitales-Route geht über die Berge. Über 20 km keine Einkehrmöglichkeit. Nur Natur, wilde Pferde und diese Ausblicke!
Wilde Pferde auf der Hospitales Route auf dem Camino Primitivo

Wilde Pferde auf der Hospitales Route 

Ihren Namen hat die Etappe von den alten Pilger-Hospitalen, deren Ruinen sich auf dem Berggrat entlang verteilen und die in dieser unwirtlichen Umgebung früher wichtige Zufluchtsorte für müde und kranke Pilger waren.
Rest eines Pilgerhospitals auf dem Camino Primitivo

Reste eines Pilgerhospitals 

Auch heute fürchten sich einige Pilger vor diesem Weg. 1000 Höhenmeter klingen erstmal ganz schön einschüchternd. Doch sie sind absolut machbar! Die Pfade sind gut zu begehen und die Anstrengungen des Anstiegs sind ein angemessener Preis für die tolle Aussicht, die du bei gutem Wetter eigentlich die ganze Zeit genießen kannst.
Blick von der Hospitales-Route auf de Camino Primitivo 3

Solltest du allerdings zweifeln, ob so eine lange und anstrengende Etappe für dich zu schaffen ist, oder spielt das Wetter absolut nicht mit, dann gibt es auch die Variante, über Pola de Allande zu gehen und so die Möglichkeit einer Zwischenübernachtung. Doch wenn man das Höhenprofil dieser Umgehung sieht, ist diese auch kein Spaziergang.
Ich empfehle dir (sollte das Wetter halbwegs ok sein und du dich fit genug fühlen) auf jeden Fall die Hospitales-Route zu wählen. Auch ich habe es in meinem eigenen Tempo geschafft und bei der Ankunft in Berducedo habe ich mich wie Hannibal nach seiner Alpenüberquerung gefühlt! Ein stolzer, aber auch sehr müder Hannibal… 🙂
Blick von der Hospitales-Route auf dem Camino Primitivo 2

 Unterkunft:  Herberge „Casa Marqués“ – einfacher Schlafsaal mit Stockbetten (10 Euro), aber auch die Möglichkeit in Privatzimmern zu schlafen (20 -30 Euro). Ein gutes Pilgermenü (10 Euro) gibt es im hauseigenen Restaurant. Und eiskaltes Ankunftsbier.
 TIPP:  Wasser! Nimm dir auf jeden Fall genug Wasser mit! Bei warmem Wetter mindestens 3 Liter. Es gibt zwar eine Quelle oben auf dem Berg, diese war jedoch trocken, als wir da waren. Zum Glück fanden wir zufällig eine Wasserstelle in dem kleinen, verlassen wirkenden Bergdörfchen Montefurado. In der Nähe der Kapelle auf der anderen Seite der Mauer (auf der Seite der Weide) läuft Wasser aus einem Tank durch die Mauer auf die Weide. Wenn du ganz still bist, kannst du es plätschern hören. Ist das Trinkwasser? Keine Ahnung, wir und viele andere haben es getrunken und uns ging es gut. Aber keine Garantie…
Über die Berge auf dem Camino Primitivo 3

Etappe 6: Berducedo – Hotel Las Grandas/Stausee (15 km) 

Steil. Da denken die meisten an bergauf. Auf dieser Etappe ging es vorallem steil bergAB.
Von der kleinen Kapelle in Buspol führt der Camino Primitivo über 5km immer nach unten in Richtung Stausee. Erst schnell, dann langsamer – im ZickZack ‚kämpfte‘ ich mich hinab. Als der Weg dann wieder gerade oder sogar ein wenig bergauf ging, fühlte ich mich ein bisschen wie eine Seefrau, die lange auf einem wackeligen Schiff auf dem Meer unterwegs war und im Hafen erstmal Schwierigkeiten hat, gerade zu laufen. Es schien, als hätten meine Füße in der letzten Stunde verlernt, nach oben zu gehen. Lustiges Puddinggefühl!
Blick auf den Stausee vor dem Abstieg - Camino Primitivo

Blick auf den Stausee vor dem Abstieg 

Am Stausee traf ich meine kleine Pilgerfamilie und wir machten uns auf der Landstraße auf zum letzten Etappenstück bis nach Grandas de Salime. Nach einigen Metern führte unser Weg aber noch am Hotel Las Grandas vorbei. Ein Haus im Nichts, auf einem Felsen über dem See, drumherum nur halbverfallene Gebäude.
Ich drehte mich um, suchte Blickkontakt mit meinen Mitwanderern und wusste, dass sie das Gleiche dachten. Nur ein kühles Getränk. Noch ein kleines Päuschen, dann gehen die letzten Kilometer wie von selbst.
Pause auf der Terrasse des Hotel Las Grandas auf dem Camino Primitivo

Pause auf der Terrasse des Hotel Las Grandas 

Also rauf auf die Terrasse, Radler bestellt… und geblieben! Nach einer Stunde hatten wir wieder so einen gemeinschaftlichen Gedanken. Warum nicht hier schlafen? Ok, die Zimmer sind ein bisschen teurer, aber wann haben wir schon mal wieder die Gelegenheit, an einem solch besonderen Ort zu nächtigen?
Hike your own hike. Und so blieben wir, genossen die Aussicht und unsere Doppelzimmer mit BADEWANNE!
Blick auf das Hotel Las Grandas auf dem Camino Primitivo

Blick auf das Hotel Las Grandas am nächsten Morgen

 Unterkunft:   Hotel Las Grandas* – kurz vor Grandas de Salime in Vistalegre (hier ist der Name Programm) hoch über dem Stausee mit Restaurant (sehr leckeres Essen) und hübschen Zimmern (Preis: DZ 30 Euro / Menü 12 Euro).
 TIPP:  Nicht die Aussichtsplattform verpassen! Kurz vor der Staumauer gibt es, abgehend von der Landstraße einen kleinen Gang, der auf eine Plattform führt. Der perfekte, versteckte Pausenplatz mit Blick auf die Staumauer und das Tal.
Staumauer am Camino Primitivo

Etappe 7: Hotel Las Grandas – A Fonsagrada (30,3 km)

Nebel. Aussicht Fehlanzeige. Und den ganzen Tag Nieselwind.
Ich liebe es!
Echt jetzt! So ein Tag eingelullt in Wolken, keine unnötigen Impulse von außen, kein Staunen und Nicht-fassen-können, keine Pausen, um den Ausblick zu genießen. Nur stures Laufen, das Gesicht zusammengekniffen. Kampfgeist-Modus an.
Pilger im Nebel auf dem Camino Primitivo

Pilger im Nebel auf dem Camino Primitivo

Und ganz viel Zeit für Gedanken. Ich liebe so einen grauen Tag manchmal. Und ich brauche ihn auch zwischendurch einfach. Als Erholung von der Hitze und der Schönheit. Es ist toll, mal nur in mir zu sein und die wunderbaren Eindrücke der vergangenen Tage sinken zu lassen.
Einmal habe ich dann doch gestaunt, als ich nach einem steilen Anstieg mitten in den Wolken stand und mich schon einige Zeit zuvor gefragt habe, was wohl dieses laute Rauschen sei. Wussschhh, wussschh, wussschh. Der Wind? Ne, so stark ist der doch grad gar nicht. Wussschhh, wussschh, wussschh. Die Autobahn? Nope, die ist in diesem Teil Spaniens nicht so viel befahren, dass es diese Geräusche rechtfertigen würde. Und da sehe ich es. Wussschhh, wussschh, wussschh. Direkt vor mir tauchen plötzlich riesige Rotorblätter auf, die sich – wussschhh, wussschh, wussschh – durch den Nebel wühlen und sichtbar machen. Windräder. So nah war ich diesen Ungetümen noch nie.
Staunend beobachte ich, wie sich ihre großen Flügel durch die Luft pflügen. Wussschhh, wussschh, wussschh. Auch ein Nebeltag ist manchmal für Überraschungen gut…
Windrad im Nebel auf dem Camino Primitivo

Windrad im Nebel 

 Unterkunft:  Herberge „Cantabrico“* – sehr schöne Herberge mitten in der Altstadt mit einem sehr kreativen Schuhtrockner (zum Glück hat es an diesem Tag geregnet 🙂). (Preis: 10 Euro im Schlafsaal, es gibt auch 1-/2-/3-Bett-Zimmer)
 TIPP:  Nach einem kalten Regentag ist ein Caldo Gallego genau das Richtige. Dieser für Galizien sehr typische Eintopf aus Bohnen und Kohl ist einfach, warm, ohne viel Schnickschnack und sehr lecker. Meist wird er als erster Gang beim Pilgermenü serviert. Unbedingt probieren!
Wiesennebel

Etappe 8: A Fonsagrada – O Cádavo (25,2 km) 

Irgendwann ist der Punkt gekommen, an dem es nicht so richtig läuft. Die Füße sind wund. Jeder Schritt tut weh. Und vor allem der Kopf macht nicht so richtig mit.
In den letzten 7 Tagen habe ich einiges geleistet. Ich bin über 5000 Höhenmeter hochgekraxelt und habe fast 150 km hinter mich gebracht. Ich habe mich die meiste Zeit echt stark und gut in Form gefühlt. „Ha!“ dachte ich. „Trotz Winterfaulheit sind meine Beine fit, meine Füße fühlen sich prima an und ich kann super mit den anderen mithalten!“
Doch dann kam der Einbruch.
Auf dem Berg mit Pilgerhospital

Auf diesem Weg nach Cádavo fühlte ich mich nur schwer und dick und ungelenk. Und schwach. Körperlich wie mental. Die schöne Natur, der süße Hund in der Pause, das kalte Radler im Café – nichts konnte mich aufpeppen.
Was macht man in so einem Moment?
Weitergehen.
Am besten nicht so viel denken, Musik hören oder einen Quatschpartner suchen. Wenn alles nichts hilft?
Weitergehen.
Und irgendwann ankommen, in die fröhlichen Gesichter der Mitpilger schauen, ein Bierchen trinken, ausruhen und den Frust wegschlafen.
Der nächste Tag ist IMMER besser.
 Unterkunft:  Herberge „Porta Santa“* – schön renoviertes, altes Haus mit Schlafsälen auf drei Etagen. Jeder Saal hat ein eigenes Bad und unten gibt es eine Küche. Mery, die Hospitalera, führt die Herberge mit ganz viel Herz und Witz. (Preis: 10 Euro)
 TIPP:  Ich weiß nicht, ob du gern Musik hörst beim Wandern. Ich nicht immer, lieber höre ich die Vögel und Bienen und Blätter und Gräser. Doch für zähe Tage oder die berüchtigten letzten Kilometer einer Etappe, habe ich eine Power-Playlist, die ich mir dann ganz laut auf die Ohren gebe und einfach durchziehe. Ein bisschen schneller darf´s dann sein und einen guten Takt zum straffen Laufen müssen die Lieder haben. Ich versuche auch, diese Liste nicht zu oft zu hören, damit ich mich nicht zu sehr daran gewöhne und am Ende nicht mehr anspringe auf diesen Energie-Kick.
Frühlingsfeld auf dem Camino Primitivo

Etappe 9: O Cádavo – Lugo (29,7 km) 

Lugo – die erste größere Stadt nach Oviedo. Cafés, Restaurants, Modegeschäfte, Supermärkte, Plätze, Kathedralen, Museen, Touri-Shops… Eine Stadt eben!
Es ist immer etwas Besonderes, in einer Stadt anzukommen.
Nicht immer besonders schön, aber doch speziell.
Ich fühle mich meist vor allem absolut deplatziert. Schmutzige, ausgeblichene T-Shirts, Wandershorts, verbrannte Waden, verkrustete Füße. Daneben die älteren Damen mit auftoupierten Haaren, Lippenstift und Brokat-Blazer.
Kathedrale von Lugo bei Nacht

Kathedrale von Lugo bei Nacht

Doch irgendwie macht es mich auch immer stolz, was ich in den Wandertagen zuvor geschafft habe. Während die Leute in der Stadt ihrem Arbeitsalltag nachgegangen sind und jeder Tag wie der andere war, bin ich viele Kilometer durch die schönste Natur gelaufen, berauf, bergab. Ich habe mich mit den verschiedensten Menschen über das Leben unterhalten, Tierbabys beim Trinken beobachtet und war zurückgeworfen auf die wichtigsten Bedürfnisse. Laufen. Essen. Schlafen.
Und dann genieße ich so einen Stadtaufenthalt meistens doch auch. Mein Ziel sind nicht die vielen kulturellen Einrichtungen. Mir reicht in Spanien der soziokulturelle Treffpunkt Nummer 1: die Plaza. In jeder Stadt gibt es mindestens eine und dort treffen sich alle. Die Alten trinken ihren Aperitiv, während die Kleinen in der Mitte Fußball spielen.
In Lugo gab es für mich auch ein Novum zu erleben. Das erste Mal habe ich auf einem meiner Jakobswege einen Pausentag eingelegt! Normalerweise laufe ich am liebsten durch. Vielleicht mal einen halben Tag in der Stadt und dann weiter.
Doch ich brauchte das. Mein Körper war froh über die Pause. Und meine kleine Camino-Familie hatte auch Lust auf Nicht-Laufen. So blieben wir 2 Nächte in Lugo und machten nicht viel. Rumsitzen. Essen. Ausschlafen.
Auch mal schön. Und danach war ich wieder frisch und fit für die restlichen 80 km.
Kathedrale von Lugo - Camino Primitivo

Nochmal die Kathedrale – diesmal bei Sonne

 Unterkunft:  Shiku – Hostel* – sehr zentral, es gibt Schlafsäle und Doppelzimmer. Leider übertreiben sie es mit dem Lufterfrischer ein bisschen. Für eine Nacht aber völlig ok. (Preis: im Schlafsaal 15 Euro) Direkt daneben ist allerdings auch die öffentliche Herberge, die ich bei nur einer Übernachtung wahrscheinlich vorziehen würde.
 TIPP:  Zwei kulinarische Tipps zu dieser Etappe: Auf dem Weg ca. 16 km vor Lugo hat in Vilar de Cas die  neue Herberge „A Pocina de Muniz“ eröffnet. Voller Energie wird diese von der ganzen Familie geführt und in dem gemütlichen Hof kannst du im Schatten sitzen und ein Stück der weltbesten Tortilla mit selbstgebackenem Brot probieren, die die Oma mit den Eiern vom Nachbarn selbstgemacht hat. Übernachten kannst du da natürlich auch, wenn du diese lange Etappe abkürzen möchtest.
Mein zweiter Tipp ist in Lugo: Nach 10 Tagen Pilgermenü, sprich Pommes und Fleisch, hatten wir sooo Bock auf etwas Anderes. Nach ein wenig Recherche fanden wir das japanische Restaurant ITADAKIMAS. Meiner Erfahrung nach, sind asiatische Restaurants in spanischen Städten (außer vielleicht Barcelona und Madrid)  nicht unbedingt zu empfehlen. Doch dieses in Lugo war richtig gut und wir haben gleich mal die Karte rauf und runter bestellt. Lecker!
Auf der Stadtmauer von Lugo

Auf der Stadtmauer von Lugo

Etappe 10: Lugo – Ferreira (26,3 km)

Paella! DAS spanische Essen schlechthin. Zumindest in den Köpfen der meisten Touristen, die Spanien besuchen. Sie steht auf jeder To-Eat-Liste und ist das Aushängeschild aller Restaurants auf diversen Touristenmeilen überall im Land.
Leider ist sie dann meistens nicht wirklich gut.
Wir hatten das Glück, in einer Herberge zu übernachten, in der sich der Hospitalero jeden Abend selbst mitten im Essenssaal an die Pfanne schwingt und live eine riesige und sauleckere Paella zaubert.
Shrimps, Muscheln und Reis, Reis, Reis. Am Ende standen alle noch über die Pfanne gebeugt, um das beste – die Knusperkruste – rauszukratzen.
Paella in der Herberge auf dem Camino Primitivo

Paella in der Herberge 

 Unterkunft:  Herberge „A Nave de Ferreira“ – schöne Herberge mit großem Garten, Bar, Wäscheservice und besagter Paella. (Preis: 11 Euro im Schlafsaal, Essen 12 Euro, Frühstücksbüfett 4 Euro)
 TIPP: Auf dem Weg nach Ferreira gibt es in San Vicente do Burgo einen der auf Caminos immer häufiger anzutreffenden Automaten-Rastplätze, wo ein Reihe von Getränke- und Snackautomaten auf die Münzen der Pilger wartet. In Orten, wo es keine Einkehrmöglichkeit gibt, mag das Sinn machen, doch in San Vicente gibt es 150m abseits vom Camino eine kleine Dorfbar mit hübschem Garten direkt neben der Kirche. Dort hatte ich eines der leckersten warmen Bocadillos ever! Also nicht von den Maschinen verführen lassen, sondern ein bisschen weitergehen! Solltest du an einem Sonntag da sein, so kommst du sogar noch in den Genuss eines Gottesdienstes, der über Lautsprecher ins ganze Dorf hinausgetragen wird 🙂

Steinkreuz auf dem Camino Primitivo

Etappe 11: Ferreira – Boente (25,7 km) 

Adios Camino Primitivo. Die letzten Kilometer auf unserem einsamen Bergweg. Schon die vergangenen Tage waren landschaftlich weniger beeindruckend, wenn auch trotzdem mild-hügelig und frühlingsgrün. Auch der Anteil an Asphaltstraßenkilometern ist fühlbar höher geworden und so langsam schien uns der Primitivo auf den Abschied vorzubereiten. Warum eigentlich? Wir sind ja noch lange nicht in Santiago!
Tja, bei Melide stößt der Camino Primitivo auf seinen berühmten Bruder, den Camino Francés mit seinen vielen, vielen Pilgerfüßen, welche die Pilgerautobahn entlang stapfen.
Ich war lange so richtig abgestoßen von der Idee mit tausenden Anderen einen Jakobsweg zu laufen. Deshalb habe ich meinen Kontakt mit dem Francés bisher auf das Nötigste beschränkt. Doch nun war es soweit.
Als wir auf dem Camino Primitivo nach Melide reinliefen, erwartete ich, um eine Ecke zu biegen und auf eine Wand aus Menschen zu stoßen, die sich Richtung Santiago schiebt.
Dem war nicht so. Fast schon bin ich ein bisschen enttäuscht, dass meine Horrorvorstellungen nicht wahr geworden sind, dass ich mich nicht mit Hunderten um jeden Zentimeter Weg kloppen muss…
Keiner auf dem Camino Frances

Keiner auf dem Camino Frances

Ein paar Leute mehr sind schon unterwegs, aber ich war von meiner Primitivo-Zeit scheinbar so entspannt, dass mir diese nichts ausgemacht haben.
Im Gegenteil, gerade auf den letzten Etappen vor Santiago habe ich durch die Vielfalt an Pilgern, die laufend, humpelnd, rennend, tanzend, weinend und lachend auf dem Weg zu diesem einen Ziel waren, nochmal die Kraft des Caminos gespürt. Irgendwie wollten wir alle nur eins: vor der Kathedrale in Santiago ankommen.
Nebelmorgen auf dem Camino Primitivo

 Unterkunft:  Auf dem Camino Francés hast du die Qual der Wahl. Gefühlt gibt es jeden Kilometer eine Herberge. Wir haben uns für „El Aleman“ entschieden, von einem Spanier geführt, der in Deutschland geboren ist. Sehr nett und alles ganz neu und schick, fast ein bisschen wie im Hotel…  (Preis: 12 Euro)
 TIPP:  Nimm ab und zu mal den Camino Complementario! Oft findest du an Kreuzungen Pfeile in verschiedene Richtungen, einer ist dann meist der ‚Original-Weg‘ und die andere Richtung führt auf einem Ergänzungsweg manchmal über besondere Sehenswürdigkeiten, ist manchmal länger, manchmal kürzer – aber fast immer einsamer. Die meisten Pilger wollen keine Experimente und folgen einfach der Standardroute. Probier´s mal aus! Oft kannst du tolle Dinge entdecken – oder einfach mal deine Ruhe haben 🙂
Wald kurz vor Santiago de Compostela

Wald kurz vor Santiago de Compostela

Etappe 12: Boente – O Pedrouzo (27,3 km) 

*** ALBERGUE PORTA DE SANTIAGO 22 BEDS AVAILABLE *** ALBERGUE PORTA DE SANTIAGO 22 BEDS AVAILABLE *** ALBERGUE PORTA DE SANTIAGO 22 BEDS AVAILABLE ***
Ok, es waren vielleicht nicht so viele Pilger auf dem Camino Francés, wie ich vermutet hatte, doch war die Pilger-Infrastruktur doch mehr als ausgebaut… Und da frage ich mich dann schon, wie nötig LED-Live-Ticker sind, die im Parkhausstil ankündigen, wie viele Betten in der nächsten Herberge noch frei sind. Und braucht es einen Pool in der Herberge? Und stößt es nicht vielleicht schon ein bisschen ab, wenn man sein Schlafsaalbett übers Internet buchen kann?
Jein.
Natürlich wünschen sich immer alle die alten Zeiten zurück. Früher, als man noch auf Strohballen am Wegesrand geschlafen hat, war einfach alles besser.
Und ja, es sind seeehr viele Leute auf dem Camino unterwegs. Einige lassen ihr Gepäck transportieren, andere betrinken sich jeden Abend, wieder andere meckern über jede Herberge, die mal ein paar Euro mehr kostet (also 10 statt 6 Euro!).
Doch wer kann schon sagen, wie dieses ‚richtige‘ Pilgern geht? Geht nicht jeder seinen eigenen Weg?
Schlafsaal in der Villa Palatina auf dem Camino Primitivo

Schlafsaal in der Villa Palatina auf dem Camino Primitivo

Und so vielfältig wie die Pilgergemeinde ist eben nun auch die Infrastruktur. Neben den Luxus-Herbergen mit Pool im Garten, gibt es auch noch immer die kleinen gemütlichen, in denen gemeinsam gekocht, gesungen, meditiert und gesprochen wird. Es gibt noch immer die riesigen kirchlichen Unterkünfte, in denen es nicht viel mehr als ein klappriges Bett und Glockengeläut zum Aufwachen gibt.
Generell gilt: Willst du deinen Camino so ‚ursprünglich‘ und einfach wie möglich gehen, dann übernachte am besten in öffentlichen Herbergen. Die sind günstig und niemand kann sie vorreservieren.
Und wie habe ich es dieses Jahr gehalten?
Mein Camino Primitivo war mein sozialster Camino. Ich habe so viel Spaß und tolle Gespräche gehabt, wie selten zuvor. Und so war mir in diesem Jahr meine Camino-Familie das Wichtigste. Ich wollte jeden Moment mit DIESEN Leuten genießen und mir nicht so viele Gedanken um die Unterkunft machen. Und so haben wir in diesem Jahr häufiger vorher in der Herberge angerufen und reserviert.  Außerdem war der Camino Primitivo körperlich sehr fordernd und da ich nicht die schnellste Läuferin bin, konnte ich mit einer Reservierung meine Tagesetappe einfach entspannter angehen und mich nicht selbst in Betten-Stress versetzen.
In anderen Jahren (z.B. bei meinem Camino Inglés 2018) habe ich ausschließlich in öffentlichen Herbergen geschlafen, was ich auch toll fand.
WYOC – Walk your own Camino.
Schattenbild

 Unterkunft:  Herberge „Porta de Santiago“ (waren ja schließlich noch 22 Betten frei 😉) – ein sehr stolzer Hospitalero, der mir die Erwähnung seiner Herberge in einem deutschen Camino-Buch gleich unter die Nase hielt, als er meinen Ausweis sah. Nett war er trotzdem und die Herberge ok, auch wenn alles ein bisschen eng und dunkel wirkte.
 TIPP:  Ein paar Tage, bevor du Santiago erreichst, kommt immer wieder die gleiche Frage: Weißt du schon, wo du in Santiago übernachtest? Ich persönlich halte es so, dass ich mir überlege, wie wichtig es mir ist, meine Zeit in SdC zusammen mit den lieben Menschen zu verbringen, die ich auf dem Weg kennengelernt habe, oder ob es mir eigentlich total egal ist, wo ich schlafe. In den letzten Jahren war ich häufiger im Seminario Menor, einer Riesenherberge, die aber immer freie Betten hatte. Doch in diesem Jahr fand an dem Wochenende unserer Ankunft ein großer Ärztekongress statt, weshalb die Pensionen und Hotels und entsprechend auch alle Herbergen ausgebucht waren. Wir hatten ganz schön zu kämpfen, überhaupt ein Bett zu kriegen und waren dann auch nicht alle zusammen in einer Unterkunft. Also mein Tipp für Santiago: Es schadet nix, schon eine Unterkunft vorzubuchen, um dein Ankommen auch wirklich genießen zu können!

Etappe 13: O Pedrouzo – Santiago (19,3 km) 

Auf nach Santiago! Alle zusammen starteten wir, liefen gemeinsam, trennten uns, trafen uns wieder. Vorher hatten wir schon verabredet, dass wir uns auf jeden Fall in einer Bar in der Nähe vom Monte do Gozo treffen werden, um dann die letzten Kilometer gemeinsam in die Stadt zu laufen.
Pilgerfamilie auf dem Monte do Gozo

Pilgerfamilie auf dem Monte do Gozo

Wir waren gut drauf, quatschten viel, schwelgten in Erinnerungen und erzählten uns wieder und wieder die lustigen Anekdoten unseres gemeinsamen Caminos. Alle waren wir uns einig: Der Camino Primitivo war der schönste, den wir gelaufen waren (einige hatten schon mehr Camino-Erfahrung). Die Berge, die Wegführung, die Herbergen.
Und so liefen wir immer weiter auf das Herz Santiagos zu, zuerst über breite Einfallstraßen, vorbei an allerlei Fotogelegenheiten (á la Ortseingangsschild Santiago) und schließlich erreichten wir die ersten Altstadtstraßen. Schlagartig fuhr es mir in den Bauch. Ich wollte nicht mehr quatschen und mich ablenken lassen.
Ich wollte einfach ankommen.
Ich wusste, was kommt. Ich kannte den Weg, war ihn schon oft gelaufen und doch verfehlten die alten Gassen und Mauern auf dem Weg zur Praza Obradoiro ihre Wirkung nicht. Immer schneller ging ich und näherte mich dem Torbogen, der rechts neben der Kathedrale auf den Platz führt. Noch war ich nur aufgeregt, doch als ich den Dudelsack hörte, diesen verd*** Dudelsack, schossen mir die Tränen in die Augen und ich rannte die Treppen nach unten auf die Plaza, meine neuen Camino-Freunde hinter mir. Ich lief erst ein gutes Stück auf den Platz, bevor ich mich umdrehte und die Kathedrale in all ihrer Macht und Schönheit vor mir sah.
Bähm!
Und schon flogen wir uns in die Arme, heulten und lachten und waren einfach froh…
Wiedermal da. Wiedermal angekommen. Wiedermal überwältigt. Solange ich immer noch heulend vor der Kathedrale stehe, ist meine Camino-Zeit wohl noch nicht vorbei… 🙂 Bis nächstes Mal, Santiago!
Angekommen an der Kathedrale nach dem Camino Primitivo

Angekommen an der Kathedrale nach dem Camino Primitivo

 Unterkunft:  siehe oben 🙂
 TIPP:  Schon oft hatte ich davon gehört, Bilder gesehen, auch mal einen Schluck probiert. Aber das ganze Zauberprozedere hatte ich noch nicht mitgemacht. QUEIMADA – das klingt schon nach Magie. Und spätestens nach 2-3 Bechern glaubt da jeder an Geister. Queimada ist eine Art Bowle aus Schnaps, Zucker und Gewürzen, die seit den 50er Jahren sehr beliebt in Galizien ist. Besonders die Zeremonie macht diesen Brauch zu einem speziellen Erlebnis. Die Bowle wird angezündet und während der brennende Alkohol mit einer Kelle immer wieder aus der Höhe in die Schale gegossen wird, sprechen die Umstehenden beschwörende Worte, um die Schutzgeister herbeizurufen. Ist das Feuer gelöscht, trinken alle ein Tässchen (oder zwei…) dieses warmen, süßen und staaarken Gebräus. Lecker? Na ja… Lustig? Jaaa! Wenn ihr also eine größere Runde seid, probiert es ruhig mal aus. Eine Queimada ist ein sehr interessantes Erlebnis! Wir waren HIER. Ein gemütlicher Pub, auch ohne Queimada.
Queimada am Ende des Camino Primitivo

Queimada 

Hast du noch Fragen zum Camino Primitivo? Dann schreib mir doch einfach in den Kommentaren oder über das Kontaktformular.
Bist du dir nicht sicher, was alles in deinen Rucksack muss für so einen Jakobsweg? Auf meiner Packliste findest du meine Tipps und Tricks für deine Ausrüstung.
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    6 Comments

  1. Wow, was für ein toller Bericht! Da bekommt man direkt Lust, mitzuwandern. Als Pferdefan natürlich vor allem wegen den Wildpferden 😀
    Eigentlich bin ich ja nicht so der Wander-Mensch, aber eine mehrtägige Wandertour steht definitiv noch auf meiner Bucket List!
    Liebe Grüße
    Sarah

    Antworten

  2. Vielen dank für den tollen Bericht. Ich starte nächste Woche meinen Camino Primitivo und freue mich nach dem Lesen deiner Worte noch viel mehr auf die Zeit 🙂
    Liebe Grüße,
    Lilli

    Antworten

  3. Liebe Anne, ich habe ein bisschen reingelesen und mir Deinen Bericht gleich mal gespeichert, lese ich nachher weiter… Ich will auch! Nach sechs mal Caminho Portugues will ich endlich den Primitivo machen! Viele Grüße

    Antworten

  4. Marlies Bettscheider

    Liebe Anne,
    habe mir die Lektüre deines Pilgerberichtes für heute Morgen, gemütlich im Bett liegend (bei uns ist Feiertag), aufgehoben. Was für ein freudiger Genuss!
    Wunderbar, sehr schön beschrieben, tolle Fotos. Ich bin den CP im Sommer 2012 gepilgert und habe auch nur die besten Erinnerungen daran: die Landschaft, die Natur, die Hospitales-Route, die Sidra bis hin zur Queimada :-)). Und nicht zu vergessen meine bezaubernde Pilgerfamilie, zu der noch jahrelang Kontakt bestanden hat bzw. besteht. Bei der Versorgung mit Pilgerherbergen scheint sich einiges getan zu haben, was ganz interessant ist. Jedenfalls hab ich gerade ganz viel Lust, den Camino Primitivo zu wiederholen!
    Da du ja auch schon des öfteren gepilgert bist noch ein Tipp: ich bin vor zwei Jahren den Camino de San Salvador gelaufen. Beginnt in León und endet in Oviedo (etwa 8 Tage). Hat mir auch sehr gefallen. Geht quer durchs kantabrische Gebirge, wunderschöne Landschaft. Und es ist interessant, mal von einer anderen Ecke nach Oviedo zu kommen. Und da es ihn Santiago de C. nicht geht ;-), sind wir von dort aus mit dem Bus nach Finisterre, von dort zu Fuß nach Muxía und zu Abschluss nach Santiago.
    Also: danke für den tollen Bericht und fürs Teilen. Dir allezeit: buen Camino!

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