Triberger Wasserfälle WasserWeltenSteig Schwarzwald

WasserWeltenSteig mit Zelt – 6 Tage Trekking durch den Schwarzwald

Der WasserWeltenSteig führt auf 109 Kilometern von den Triberger Wasserfällen zum größten Wasserfall Europas. Sechs Etappen quer durch den Südschwarzwald und über die Grenze bis nach Neuhausen am Rheinfall in der Schweiz. Dazwischen: Quellen, Bäche, Moorseen, Talsperren und Schluchten.

Das Besondere daran ist, dass sich dieser Weg komplett mit Zelt gehen lässt – und zwar legal. Im Schwarzwald gibt es offizielle Trekking-Camps, die man online buchen kann, dazu Zeltwiesen an Gasthöfen, Campingplätze und Höfe, auf denen Wanderer ihr Zelt aufstellen dürfen. 

Ganz ohne Vorbereitung funktioniert es allerdings nicht. Die Camps haben keine Wasserstellen, Einkaufsmöglichkeiten gibt es nur wenige und am letzten Tag wechselt man das Land und die Währung. In diesem Artikel findet ihr deshalb erst alles, was ihr für die Planung braucht: Übernachtung, Wasser, Verpflegung, Anreise, beste Reisezeit und danach alle sechs Etappen ausführlich beschrieben, mit unseren Erlebnissen, Tipps und den Stellen, an denen es bei uns anders lief als geplant.

Hinweis
Wir durften im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit dem Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis
(Projektstelle WasserWeltenSteig) auf dem WasserWeltenSteig unterwegs sein. Alles, was du hier liest, ist jedoch meine ganz eigene, echte und unbeeinflusste Meinung.  Die mit Stern (*) versehenen Links sind Affiliate Links. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, du bezahlst aber keinen Cent mehr. 

Der WasserWeltenSteig im Überblick

Länge: rund 109 Kilometer

Etappen: 6

Höhenmeter: 2018 hm im Aufstieg | 2375 hm im Abstieg

Start: Triberg im Schwarzwald

Ziel: Neuhausen am Rheinfall (Schweiz)

Auszeichnung: Premiumfernwanderweg, eröffnet 2019

Verlauf: entlang der Wasserscheide zwischen Rhein und Donau, durch den Naturpark Südschwarzwald und den Randen

Höchster Punkt: Brend, 1.149 Meter

Der Weg macht genau das, was sein Name verspricht: Er führt von Wasser zu Wasser. Am Start stehen die Triberger Wasserfälle, mit 163 Metern über sieben Fallstufen die höchsten Wasserfälle Deutschlands außerhalb der Alpen. Am Ziel wartet der gewaltige Rheinfall mit seinen tosenden Wassermassen. 

Besonders schön daran ist der Bogen, den der WasserWeltenSteig schlägt: Am ersten Abend steht ihr an der Bregquelle vor einem Rinnsal, das man mit der Hand abdecken könnte und aus dem später die Donau wird. Am letzten Tag steht ihr da, wo der Rhein mit 600.000 Litern Wasser pro Sekunde in die Tiefe stürzt. Die Macht des Wassers ist allgegenwärtig. 

Die 6 Etappen des WasserWeltenSteigs auf einen Blick

So sind wir gelaufen:

Etappe 1: Triberg – Kolmenhof | 14 km | 510 hm Aufstieg | 120 hm Abstieg

Etappe 2: Kolmenhof – Trekking-Camp Katzenwinkel (Hammereisenbach) | 25 km | 500 hm Aufstieg | 740 hm Abstieg

Etappe 3: Trekking-Camp Katzenwinkel (Hammereisenbach) – Kirnbergsee | 14 km | 270 hm Aufstieg | 220 hm Abstieg

Etappe 4: Kirnbergsee – Achdorf | 24 km | 200 hm Aufstieg | 450 hm Abstieg

Etappe 5: Achdorf – Blumberg – Trekking Camp Blumberg | 17 km | 690 hm Aufstieg | 310 hm Abstieg

Etappe 6: Trekking Camp Blumberg – Neuhausen am Rheinfall | 25 km | 320 hm Aufstieg | 820 hm Abstieg

Gesamt: 119 km | 2.370 hm Aufstieg | 2.570 hm Abstieg

Das sind unsere tatsächlich gelaufenen Werte inklusive Abstechern zum Einkaufen oder zu den Trekking-Camps (deshalb auch 119km statt der offiziellen 109km). Bei Etappe 5 ist zum Beispiel der Umweg nach Blumberg mit drin. 

Unsere Tour auf Komoot (zum Entsperren anklicken):

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Weitere Informationen

Die offizielle Einteilung sieht etwas anders aus und ist auf feste Unterkünfte ausgelegt. Am Ende jeder Etappe findet ihr Gasthöfe, Pensionen oder Hotels, in denen ihr ein Zimmer bekommt: 

Die offiziellen Etappen:

Etappe 1: Triberg – Brend | 14 km

Etappe 2: Brend – Hammereisenbach | 23 km

Etappe 3: Hammereisenbach – Unterbränd / Kirnbergsee | 12 km

Etappe 4: Unterbränd / Kirnbergsee – Achdorf | 22 km

Etappe 5: Achdorf – Siblinger Randenhaus | 20 km

Etappe 6: Siblinger Randenhaus – Neuhausen am Rheinfall | 18 km

Anreise und Rückreise

Der WasserWeltenSteig ist eine Streckenwanderung, Start und Ziel liegen rund 100 Kilometer auseinander. Mit dem Zug ist das entspannt möglich.

Anreise: Triberg liegt an der Schwarzwaldbahn zwischen Offenburg und Konstanz und ist damit gut angebunden. Der Bahnhof liegt knapp zwei Kilometer außerhalb des Ortszentrums, das ist der erste kleine Fußmarsch der Tour. Es fährt auch ein Bus, allerdings eher unregelmäßig.

Rückreise: Ab Neuhausen am Rheinfall fahrt ihr in wenigen Minuten nach Schaffhausen, das einen guten Fernverkehrsanschluss hat, unter anderem direkt nach Zürich und über Singen zurück nach Deutschland.

Mit dem Auto wird es umständlicher, weil ihr am Ende in einem anderen Land steht. Wer nicht auf das Auto verzichten will, parkt am besten in Triberg und plant die Rückfahrt mit der Bahn ein (ab Schaffhausen je nach Verbindung z.B. über Singen etwa 1,5h)

ÖPNV unterwegs: Entlang des Weges gibt es an vielen Stellen Busverbindungen und die waren für uns zweimal die Rettung – einmal bei Unwetterwarnung an der Wutachmühle und einmal, als Nathalie krank war und eine Etappe nicht komplett laufen konnte. Schaut euch die Verbindungen vorher an, dann habt ihr im Notfall einen Plan B.

Übernachten mit Zelt auf dem WasserWeltenSteig

Der WasserWeltenSteig lässt sich durchgängig mit Zelt gehen. Das Schöne sind dabei die abwechslungsreichen Zeltmöglichkeiten. Neben den Zeltwiesen auf Höfen oder auch einem Campingplatz gibt es zwei Trekking-Camps, die vom Naturpark Südschwarzwald betrieben werden.

Wie das System der Trekking-Camps im Schwarzwald funktioniert

Wildzelten ist, wie in den meisten Teilen Deutschlands, in Baden-Württemberg nicht erlaubt. Seit 2017 gibt es aber das Projekt Trekking Schwarzwald, und damit offizielle Camps, in denen genau das legal möglich ist.

Saison: meist 1. Mai bis 31. Oktober 

Buchung: online über Trekking Schwarzwald, die Plattform öffnet im Frühjahr (in der Regel Mitte März) für die kommende Saison

Kapazität: maximal drei Zelte pro Camp und maximal 3 Personen pro Zelt

Preis: 15€ pro Zelt / Nacht

Ausstattung: Feuerstelle, Trockentoilette, häufig Sitzgelegenheiten

Standort: Die genaue Lage und den Zahlencode fürs Toilettenschloss bekommt ihr erst mit der Buchungsbestätigung. 

Ankunft: ab 17 Uhr, Abreise bis 10 Uhr

Feuer: nur in der vorgesehenen Feuerschale, Holz sammelt ihr selbst (Leseholz bis 12 cm Durchmesser). Ab Waldbrandgefahrenindex 4 ist Feuer tabu. Informiert euch beim Deutschen Wetterdienst (Bundesland Baden-Württemberg, Stationen: Villingen-Schwenningen (Camp Katzenwinkel) und Singen (Camp Blumberg)).

Wasser: Es gibt meist kein Trinkwasser an dern Trekking-Camps (sollte es eine Quelle geben, steht das in den Camp-Beschreibung). 

Müll: Es gibt keine Mülltonnen, nehmt unbedingt alles wieder mit!

Alle weiteren Infos zu den Trekking-Camps findet ihr unter Trekking Schwarzwald.

Trekking-Camp Katzenwinkel auf dem WasserWeltenSteig
Auf dem Trekking-Camp Blumberg im Schwarzwald

Was uns an dem Konzept Trekking-Camps immer wieder gefällt: Hinter jedem Camp stecken Menschen. Wir haben am Trekking-Camp Blumberg lange mit dem Trekkingwart geredet, der mit seiner Frau fast täglich hochfährt, sauber macht und alles in Ordnung hält. Die Camps sind so gepflegt, weil sich meistens jemand mit Herzblut darum kümmert.

Alle Zeltmöglichkeiten am Weg

Etappe 1: 

Trekking Camp Elzhof 

Zwischen Schonach und Schönwald, etwa vier Kilometer nach dem Start, ein Stück abseits des Weges. Platz für drei Zelte, 15 Euro pro Zelt und Nacht, Toilettenhäuschen, Feuerstelle. Der große Vorteil gegenüber anderen Camps: Es gibt eine eigene Quelle mit frischem Wasser (Trinkwasserqualität wird jedoch nicht offiziell kontrolliert, also filtern/abkochen, wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt). Handyempfang ist eingeschränkt. Als Etappenziel für Tag 1 nur sinnvoll, wenn ihr spät anreist, sonst ist es zu früh am Weg.

Zeltwiese am Kolmenhof 

Unsere erste Nacht und unsere klare Empfehlung. Das Höhengasthaus in Furtwangen-Martinskapelle liegt auf gut 1.000 Metern direkt am Weg, auf dem Gelände entspringt die Breg. Platz für zwei bis drei Zelte, Dusche und Toiletten vorhanden, Zeltgebühr 10 Euro plus Kurtaxe – beides entfällt, wenn ihr abends im Restaurant esst. Es gibt außerdem einen Automaten mit Snacks und Getränken rund um die Uhr und eine Sauna, die ihr stundenweise mieten könnt. Vorher anmelden.

Zeltwiese am Kolmenhof auf dem WasserWeltenSteig
Auf dem Kolmenhof

Etappe 2: 

Trekking Camp Katzenwinkel (bei Hammereisenbach)

Der Platz liegt oberhalb des Tals, ihr müsst also am Ende des Tages noch einmal aufsteigen. Wichtig: Es gibt kein Wasser am Camp und auch keinen Bach in der Nähe. Füllt vorher an der Breg auf – kurz nachdem ihr von der Linachtalsperre kommt und rechts abbiegt, führt der Weg am Fluss entlang und dort kommt ihr an mehreren Stellen hinunter. Von da sind es noch zwei bis drei Kilometer.

Etappe 3: 

Campingplatz Kirnbergsee (bei Unterbränd)

Die Zeltwiese liegt separat vom übrigen Platz und direkt am See, mit eigenem Uferzugang. Es gibt ein Restaurant auf dem Gelände, ihr könnt Wäsche waschen und am Vorabend Frühstücksbrötchen bestellen. 

Campingplatz am Kirnbergsee

Etappe 4: 

Bruderhof (in der Nähe der Wutachmühle)

Ein Bauernhof etwa 800 Meter oberhalb der Wutachmühle. Ihr könnt dort euer eigenes Zelt aufstellen oder in einem ausgebauten Bauwagen beziehungsweise Schlaffass übernachten. Dusche, WC und Waschmöglichkeit sind vorhanden. Meldet euch vorher an. Praktisch, wenn ihr nach der Gauchachschlucht nicht mehr bis Achdorf weiterlaufen wollt.

Schlafen im Stroh bei Nikolaus Kaiser (in Achdorf)

Hier könnt ihr euer Zelt im Garten aufstellen. Die Zeltwiese hat sogar einen eigenen kleinen Toilettencontainer mit Waschbecken. Bekannt ist die Unterkunft aber für ihr Strohlager und bei schlechtem Wetter ist das die deutlich bessere Wahl. Dazu gibt es einen gemütlichen Aufenthaltsbereich mit Wohnküche, Dusche und Kochmöglichkeit. Für Allergiker: Stroh ist nicht Heu, wir haben beide Heuschnupfen und hatten keinerlei Probleme. Vorher anmelden.

Etappe 5: 

Trekking-Camp Blumberg 

Schön gelegen mitten im Wald neben einer Bienenbelegstelle, mit Sitzgelegenheiten rund um die Feuerstelle und einer bemerkenswert gepflegten Toilette. Auch hier gibt es kein Wasser und der Weg dorthin ist die trockenste Strecke der ganzen Tour: Ab Blumberg sind es zehn bis zwölf Kilometer ohne verlässliche Wasserstelle. In Epfenhofen (ca. 5 km vor dem Camp) gibt es Brunnen, zwar kein (offziell kontrolliertes) Trinkwasser, aber mit Filter kein Problem.

Ein Tipp, der uns sehr geholfen hat: Etwa achthundert Meter bis einen Kilometer vor dem Camp liegt die Randenhütte. Der hintere Teil ist verschlossen, davor gibt es aber einen offenen Schutzraum mit Fensterläden, der bis auf den Türrahmen gut gegen Wetter geschützt ist. Offiziell ist das keine ausgewiesene Übernachtungsmöglichkeit, aber der Trekkingwart hat uns gesagt, dass niemand etwas dagegen hat, wenn man dort zeltet oder sich unterstellt. Wer unterwegs merkt, dass das Wetter kippt, hat hier also eine Alternative.

Etappe 6:

Ziel Neuhausen / Schaffhausen 

Wenn ihr die Nacht nach eurer Ankunft nicht in einem der vielen Hotels verbringen wollt, gibt es z.B. einen Campingplatz in Schaffhausen:

Camping Schaffhausen mit Stellplätzen direkt am Rhein (mit Öffis etwa 30 Minuten vom Rheinfall in Neuhausen entfernt)

Wichtige Infos für eine Zelttour auf dem WasserWeltenSteig

Beste Reisezeit

Die Saison für eine Wanderung mit Zelt auf dem WasserWeltenSteig ist durch die Trekking-Camps vorgegeben: Mai bis Oktober. Wer mit Zelt unterwegs sein will, hat außerhalb dieses Zeitraums nur wenige (legale) Möglichkeiten, unterwegs sein Zelt aufzuschlagen.

Sommer ist die naheliegende Wahl, hat aber einen Haken, den wir am eigenen Leib erfahren haben: Gewitter und Unwetter mit Starkregen. Bei uns stand an praktisch jedem Tag eins in der Vorhersage. Mit Zelt heißt das, dass man ständig auf die Uhr schaut, Pausen kürzt und abends nervös den Himmel beobachtet. Plant das ein, checkt morgens die Warnlage und überlegt euch vorher, wo eure Ausweichmöglichkeiten liegen.

Frühsommer und September sind angenehmer, weil es weniger schwül ist und die Gewitterwahrscheinlichkeit sinkt.

Im Winter ist der Weg keine gute Idee. Der Steig an den Triberger Wasserfällen kann wegen überfrierender Nässe gesperrt sein und die vierte Etappe durch die Gauchachschlucht soll bei Frost gar nicht begangen werden – die Wege werden dort zu Eisbahnen. Außerdem pausiert die Wegepflege bis April, umgestürzte Bäume und fehlende Markierungen werden erst im Frühjahr beseitigt.

Blumenwiese am Kolmenhof
Badestelle am Kirnbergsee

Wasser auf dem WasserWeltenSteig

Es klingt paradox: Auf einem Weg, der nach Wasser benannt ist und permanent an Bächen, Quellen und Seen entlangführt, ist die Trinkwasserversorgung für Zeltwandernde das größte planerische Problem. Der Grund ist einfach: die Trekking-Camps haben meist keine Wasserstellen. 

Sichere Trinkwasserstellen am Weg (außerhalb von Gasthöfen und Unterkünften):

Kolmenhof (Etappe 1 bzw. 2): Quellwasser direkt aus der Bregquelle 

Waldquelle (Etappe 3): etwa auf halber Strecke zwischen Hammereisenbach und dem Kirnbergsee, scheint auch im Hochsommer sicher zu laufen, kleiner Umweg vom Hauptweg (Koordinaten: 47°58’07.3″N 8°22’03.6″E)

Blumberg (Etappe 5):  Gänselieselbrunnen (öffentlicher Trinkwasserbrunnen, Kreuzung Friehof-/Hauptstraße/Vogtgasse), letzte unkomplizierte Gelegenheit vor dem Trekking-Camp Blumberg (Tipp s.u.)).

Siblinger Randenhaus (Etappe 6): öffentlich zugängliches WC, wo man Wasser auffüllen kann, erste Wasserstelle nach dem Trekking-Camp Blumberg (nach etwa 11 Kilometern)

Die kritischen Abschnitte:

Vor dem Trekking-Camp Katzenwinkel (Etappe 2) müsst ihr an der Breg auffüllen. Die Stellen sind teilweise zugewachsen, aber es findet sich immer eine Möglichkeit. 

Vor dem Trekking Camp-Blumberg (Etappe 5) liegt die längste Trockenstrecke: zehn bis zwölf Kilometer ab Blumberg. Wer die komplette Wassermenge für Abend, Nacht und den nächsten Morgen von dort hochträgt, schleppt einiges. 

Deshalb unsere klare Empfehlung: Nehmt einen Wasserfilter mit. In Epfenhofen (Etappe 5, ca. 5 km vorm Trekking-Camp Blumenberg) gibt es mehrere Brunnen im Ort, die zwar als „kein Trinkwasser“ ausgeschildert sind – vermutlich, weil die Qualität nicht regelmäßig geprüft wird -, aus denen ihr aber Wasser filtern könnt. Wir haben das gemacht und hatten keinerlei Probleme. Damit spart ihr euch, alles aus Blumberg hochzutragen. Alternativ könnt ihr eventuell auch im Hotel Löwen in Epfenhofen fragen, ob ihr auffüllen dürft; bei uns hatte es allerdings Ruhetag.

Ein Filter macht die ganze Tour deutlich entspannter, weil ihr an praktisch jedem Bach nachfüllen könnt, statt viele Liter durch die Gegend zu schleppen.

Unsere Wasserfilter-Empfehlung: Katadyn BeFree*

Einkaufen und Verpflegung

Hier wird es überschaubar: Richtige Einkaufsmöglichkeiten gibt es nur in Triberg, Blumberg und Neuhausen/Schaffhausen.

Blumberg ist dabei der wichtigste Punkt. Der Ort liegt zwar nicht direkt am Weg (zwei bis drei Kilometer Umweg), hat dafür aber mehrere Supermärkte, eine Drogerie und Apotheke. Da die fünfte Etappe ohnehin kurz ist, ist der Umweg nicht tragisch.

Die Selbstbedienungshüttchen sind die schönste Kuriosität des Weges. Wir haben unterwegs mindestens vier oder fünf gezählt: kleine Automaten und Hütten mitten im Nirgendwo, mit Eiern, Honig, Wurstwaren oder kalten Getränken, Bezahlung per Kasse zum Selbsteinwerfen. Am Kolmenhof steht außerdem der Quell-O-Mat, rund um die Uhr geöffnet. Nehmt unbedingt Kleingeld mit, nur selten kann man auch mit Karte zahlen.

Quell-o-Mat am Kolmenhof
Quell-O-Mat am Kolmenhof

Einkehrmöglichkeiten, die ihr euch merken solltet (Auswahl)

Kolmenhof (Etappe 1): Restaurant nur für Übernachtungsgäste, Frühstück möglich,  beim Essen entfallen Zeltgebühr und Kurtaxe

Restaurant & Eiscafé am See (Etappe 3): Auf dem Campingplatz Kirnbergsee, gute Pizza & Co., leckeres Eis

Burgmühle (Etappe 4): die einzige Einkehr in der Gauchachschlucht, leckerer Kuchen und andere Kleinigkeiten, nur Barzahlung

Kiosk an der Wutachmühle (Etappe 4): Getränke, Pommes, Kartenzahlung möglich 

Landgasthof Scheffellinde (Etappe 4): in Achdorf, hausgemachte, badische Küche

Bäckerei Knöpfle (Etappe 5): in Blumberg, gute Kuchen und belegte Brötchen

Siblinger Randenhaus (Etappe 6): mit Hofladen und hausgemachtem Käse. Nur Bargeld, nur Franken.

Restaurant Beringer Randenturm (Etappe 6): gemütliche Gartenwirtschaft direkt am Aussichtsturm

Und noch ein Hinweis: In kleineren Orten wie Achdorf gibt es zwar eine Einkehrmöglichkeit, aber mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Prüft das vorher, statt auf gut Glück hinzulaufen.

Ausrüstungstipps für den WasserWeltenSteig

Wasserfilter – Der wichtigste Gegenstand im Rucksack, um weniger Stress bei der Wasserbeschaffung zu haben. Unsere Wasserfilter-Empfehlung: Katadyn BeFree*

Stirnlampe – Nicht nur fürs Camp: Der Mauchachtunnel auf Etappe 4 ist recht dunkel. Notfalls reicht aber auch das Handylicht.

Wanderstöcke – Können besonders bei langen Absteigen und unwegsameren Abschnitten in der Gauchachschlucht für Entlastung sorgen.

Kleingeld – Für die Selbstbedienungshüttchen entlang des Weges.

Bargeld – Die Burgmühle in der Gauchachschlucht nimmt keine Karte.(und ggf. ein paar Schweizer Franken für den Hofladen am Siblinger Randenhaus) 

Feste Schuhe mit gutem Profil – Die Wege durch die Gauchachschlucht können bei Nässe sehr rutschig werden.

Unsere komplette Packliste für Trekkingtouren mit Zelt findet ihr HIER.

Grenzübertritt in die Schweiz

Auf der letzten Etappe wechselt ihr das Land. Dabei solltet ihr auf einige Dinge achten:

Ausweis mitnehmen – Auch wenn auf dem Wanderweg niemand kontrolliert.

Datenroaming ausschalten – Die Schweiz gehört nicht zur EU, das kann sonst richtig teuer werden. Prüft vorher, was euer Vertrag abdeckt. WLAN findet ihr am Siblinger Randenhaus sowie in Neuhausen und Schaffhausen.

Markierung beachten – Ab der Grenze ist der Weg mit orangefarbenen Rauten ausgeschildert.

Wie anspruchsvoll ist der WasserWeltenSteig?

Die Höhenmeter sind moderat, meist steigt es gemächlich an. Die anstrengendste Etappe hat knapp 700 Meter Aufstieg, die meisten deutlich weniger. Wer regelmäßig wandert, kommt konditionell nicht an seine Grenzen. 

Die Abstiege haben es dennoch in sich. Auf der letzten Etappe geht es von den Randenhöhen über 800 Höhenmeter hinunter zum Rhein und auch Etappe 2 führt vom Brend rund 650 Höhenmeter ins Bregtal. Mit Zeltgepäck auf dem Rücken merkt man das in den Knien deutlich mehr als jeden Aufstieg. Wanderstöcke sind hier keine schlechte Idee.

In der Gauchachschlucht
An den Triberger Wasserfällen

Anspruchsvoll wird es außerdem an drei Stellen:

Länge der Etappen – Mit über 20 Kilometern an mehreren Tagen und Zeltgepäck auf dem Rücken zieht sich das. Rechnet großzügig mit Zeit, gerade wenn ihr Pausen machen oder jeden Abstecher zu Aussichtspunkten mitnehmen wollt.

Gauchachschlucht – Schmale Pfade, Stege, Brücken, Passagen an Felswänden. Trockenen Fußes gut machbar, bei Regen deutlich anspruchsvoller. Trittsicherheit und festes Schuhwerk sind Pflicht.

Wassertragen – Das ist der eigentliche Unterschied zwischen einer Hüttentour und einer Zelttour. Zwei bis vier Liter zusätzlich im Rucksack merkt man, besonders auf den Aufstiegen zu den Camps.

Für wen ist der Weg geeignet? 

Für alle, die schon ein paar Mehrtagestouren gelaufen sind und Lust auf ihre erste Zelttour in Deutschland haben. Der WasserWeltenSteig ist dafür fast ideal, weil die Infrastruktur stimmt, die Etappen machbar sind und man im Notfall auch mal auf einen Bus ausweichen kann. 

Auch wenn wir viel dazu geschrieben haben, ist die Wassersituation durch die verschiedenen Zeltstellplätze insgesamt gut machbar, da man nicht jede Nacht auf einem Trekking-Camp verbringt. 

Unsere Trekkingtour auf dem WasserWeltenSteig – Erfahrungen und Tipps

Etappe 1: Triberg – Kolmenhof

14 km | 510 hm im Aufstieg | 120 hm im Abstieg

Wir kamen pünktlich (auch das kann die Deutsche Bahn) am Triberger Bahnhof an und hatten am Nachmittag noch genug Zeit, die erste Etappe in Ruhe anzugehen.

Der Bahnhof liegt ein Stück außerhalb, wir mussten also erst einmal knapp zwei Kilometer bis in die Stadt laufen. Somit hatten wir uns auf jeden Fall das erste Stück Schwarzwälder Kirschtorte verdient. 

Schwarzwälder Kirschtorte in Triberg
Triberger Wasserfälle WasserWeltenSteig

Danach ging es zum Eingang der Triberger Wasserfälle. Die Gutach stürzt hier über sieben Fallstufen insgesamt 163 Meter in einen bewaldeten Talkessel. Triberg bewirbt sie als Deutschlands höchste Wasserfälle – ganz korrekt ist das nur, wenn man die Alpen außen vor lässt, aber wenn man erst einmal davorsteht, ist einem diese Feinheit ziemlich egal. Der Weg nach oben ist gut ausgebaut und ganz klar für Besucher gemacht, aber genau deshalb kann man den Aufstieg auch richtig genießen: Wir arbeiteten uns Stufe für Stufe hinauf, bekamen ständig einen neuen Blick auf die Kaskaden und oben angekommen stellten wir fest, dass ein guter Teil der Tageshöhenmeter damit schon erledigt war.

Und dann wurde es still. Der Weg führte uns durch genau die Sorte Wald, für die wir solche Touren überhaupt machen: knorrige Wurzelpfade, schmale Wege, weiches Licht zwischen den Stämmen. Wir sind stundenlang gelaufen und haben kaum jemanden getroffen.

Ein Highlight kam dann noch, mit dem wir gar nicht gerechnet hatten. Plötzlich standen wir auf Plankenwegen, die sich durchs Moor ziehen, links und rechts Blaubeerbüsche und Birken. Wir mussten uns kurz daran erinnern, dass wir immer noch im Schwarzwald unterwegs waren und nicht in Schweden. Der Weg führt zum Blindensee, ein Hochmoorsee mit dunklem, fast schwarzem Wasser. Am Ufer stehen Bänke zum Ausruhe. Wir sind eine ganze Weile geblieben und haben das Leben auf dem Wasser beobachtet. Enten, Libellen, sonst passiert eigentlich nichts. Also der optimale Erholungsort. Plant hier unbedingt eine Pause ein.

Plankenwege am Blindensee
Am Blindensee auf dem WasserWeltenSteig

Die letzten Kilometer liefen fast von allein. Unser Tagesziel war der Kolmenhof. Das Höhengasthaus liegt auf gut 1.000 Metern und auf dem Gelände entspringt die Breg, der längere der beiden Donau-Quellflüsse. 

Angeschaut haben wir uns das allerdings erst am nächsten Morgen, weil die Wirtin uns so herzlich empfangen hat, dass wir unsere Abendpläne sofort über den Haufen geworfen haben. Eigentlich hatten wir unser Essen dabei, so wie man das als Zeltgast eben macht. Aber dann erklärte sie uns, wie das hier läuft: Wer im Kolmenhof zu Abend isst, dem werden Zeltgebühr und Kurtaxe erlassen. Das mussten wir uns nicht zweimal sagen lassen. Es gab Käsespätzle mit Donau-Radler und damit war der Abend eigentlich schon perfekt.

Schließlich haben wir nur noch das Zelt aufgebaut und ein wenig mit den Hofkatzen gekuschelt. Torte, Wasserfälle, Wurzelpfade, ein Hochmoor, die Donauquelle und Käsespätzle – so viel an einem einzigen Nachmittag auf dem WasserWeltenSteig. 

Übernachtung

Der Kolmenhof, Furtwangen-Martinskapelle

Höhengasthaus mit Zimmern und einer kleinen Zeltwiese für zwei bis drei Zelte, direkt am Weg. Unbedingt vorher anmelden, die Plätze sind schnell weg. Zeltgebühr 10 Euro plus Kurtaxe – beides entfällt, wenn ihr im Restaurant esst. Dusche und Toiletten vorhanden.

Tipps

  • Quell-O-Mat: Automat auf dem Gelände des Kolmenhofs, rund um die Uhr, mit Snacks und kalten Getränken. Praktisch zum Ergänzen der Vorräte und einen kühlen Absacker vorm Zelt. Kartenzahlung möglich.
  • Sauna mieten: Auf dem Kolmenhof kannst du als Gast stundenweise eine sehr schöne Sauna mieten. Einfach direkt vor Ort nachfragen.

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Weitere Informationen

Etappe 2: Kolmenhof – Hammereisenbach

25 km | 500 hm im Aufstieg | 740 hm im Abstieg

Schon in der Nacht hatte ich gemerkt, dass sich mein Halskratzen der letzten Tage wohl doch noch zu einer ordentlichen Erkältung auswachsen würde. Aber die Sonne schien und ich dachte: Ach komm, das ziehen wir durch. 

Nach dem Frühstück haben wir uns erstmal noch ausgiebig die Donau- bzw. Bregquelle angeschaut. Da steht man also vor einem kleinen Rinnsal, aus dem später ein Fluss wird, der bis ins Schwarze Meer fließt. Echt abgefahren! 

Unsere Trinkflaschen haben wir natürlich auch mit echtem Quellwasser gefüllt und uns endlich auf die zweite Etappe des WasserWeltenSteigs gemacht. 

Das erste Highlight kam gleich schon nach wenigen Metern: die Günterfelsen. Riesige, bemooste Granitblöcke mitten im Wald, manche bis zu acht Meter groß. Wir lassen die riesenhaften Findlinge hinter uns und schon kurz darauf stand der Brendturm vor uns. 1905 aus Granit gebaut, steht dieser Aussichtsturm auf dem 1.149 Meter hohen Brend. Man steigt über eine außen liegende Wendeltreppe hinauf und bei klarer Sicht reicht der Blick vom Feldberg bis zu den Vogesen. 

Oben gab es eine Snackpause, aber wirklich nur eine kleine. Für den Abend war wieder Gewitter angesagt, und das ist ein Thema, das unsere ganze Tour bestimmt hat: Diverse Wetter-Apps waren unsere besten Freunde, denn fast jeden Tag waren Unwetter vorausgesagt. Beim Wandern heißt das, dass man sich eigentlich immer beeilen muss. Unsere Pausen waren dadurch leider oft kürzer, als wir uns das gewünscht hätten.

Brendturm
Schwarzwaldwiesen auf dem WasserWeltenSteig

Der Weg hat es uns allerdings leicht gemacht und wir sind gut vorangekommen. Er führte über weite Schwarzwaldwiesen voller Blumen und Schmetterlinge und zwischendurch kamen wir an noch mehr von diesen kleinen Automaten vorbei, die uns schon am Kolmenhof aufgefallen waren. Das ist eine schöne Kuriosität auf diesem Weg: Wir haben unterwegs vier oder fünf solcher Selbstbedienungshüttchen gezählt, mit Eiern, Honig, Wurst und Getränken. Man steht also mitten im Nirgendwo vor einem Kühlschrank mit Kasse zum Selbsteinwerfen.

Danach ging es wieder in den Wald. Mittlerweile wurde meine Erkältung immer mehr zum Thema. Für die Nacht war nicht nur Gewitter, sondern auch kräftiger Starkregen angekündigt und irgendwann haben wir beschlossen: Wir gehen heute nicht auf den Trekkingplatz, wir suchen uns ein Dach. Nur ist das leichter beschlossen als getan, wenn man nicht überall Empfang hat. Wir haben es immer wieder an verschiedenen Stellen probiert, aber erst fünf Kilometer vor dem Ziel hatten wir Netz und die Zusage für ein Zimmer.

Linachtal an der Linachtalsperre
Linachtalsperre Staumauer

So konnten wir die letzten Kilometer dann tatsächlich noch genießen, trotz Erkältung und Hitze. Rückblickend war das einer der schönsten Abschnitte der Etappe: Der Weg führte hinunter zur Linachtalsperre und dann auf schmalen Pfaden am Ufer entlang, ein wirklich liebliches Tal. Am Ende des Sees kam die Staumauer, die etwas ganz Besonderes ist. Sie erinnert von Weitem an ein Viadukt und ist tatsächlich die einzige Gewölbereihenstaumauer Deutschlands, gebaut zwischen 1922 und 1925. Jahrzehntelang stand die Talsperre leer und verfiel, bis sie 2006/2007 saniert wurde. Heute kann man über die Mauerkrone und einmal um den ganzen Stausee laufen.

Schon kurze Zeit später erreichten wir den Bernreutehof – ein sehr schönes altes Schwarzwaldhaus und unsere Pension für die Nacht.  Die Wirtin hat uns herzlich empfangen. Abendessen gibt es dort allerdings nicht mehr, sie führt das Haus inzwischen allein schafft es nur noch, Frühstück anzubieten. Also haben wir uns kurzerhand mit dem Campingkocher vor das Haus gesetzt und uns Instantnudeln gemacht, während sich am Himmel schon das Gewitter zusammenzog. Hier haben wir auch die ersten Mitwandernden getroffen, die auch auf dem WasserWeltenSteig unterwegs waren. 

Kochen vor der Pension auf dem WasserWeltenSteig

Übernachtung

Trekking-Camp Katzenwinkel (unser eigentlicher Plan). Bei Hammereisenbach, buchbar über den Naturpark Südschwarzwald. Wichtig: Am Platz gibt es kein Wasser und in direkter Nähe keinen Bach. Füllt an der Breg auf. Kurz nachdem ihr von der Linachtalsperre kommt und rechts abbiegt, führt der Weg am Fluss entlang, dort kommt ihr an mehreren Stellen hinunter. Von da sind es noch zwei bis drei Kilometer.

Pension Bernreutehof (unsere Notlösung). Etwa einen Kilometer vor dem Abzweig zum Trekkingplatz. Übernachtung mit Frühstück, kein Abendessen – bringt euch etwas mit.

Tipps

  • Kleingeld einstecken: Auf dieser Etappe liegen gleich mehrere Selbstbedienungshüttchen am Weg. Ohne Münzen steht ihr dumm da. Nur selten ist Kartenzahlung möglich.

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Weitere Informationen

Etappe 3: Hammereisenbach – Kirnbergsee

14 km | 250 hm im Aufstieg | 220 hm im Abstieg

Gesund geschlafen hatte ich mich nicht ganz, aber die Entscheidung für die Pension war goldrichtig gewesen: Um fünf Uhr morgens ist ein riesiges Gewitter über uns niedergegangen, mit genau dem Starkregen, der angesagt war. Wir lagen trocken im Zimmer und haben einfach weitergeschlafen. Am Abend haben wir auf dem Campingplatz dann Leute getroffen, die in dieser Nacht mit ihrem Zelt regelrecht abgesoffen sind.

Es gab noch ein rustikales, richtig gutes Frühstück auf dem Bernreutehof. Das ist wirklich noch eine Pension wie in alten Zeiten, mit Stammgästen, die seit vierzig Jahren wiederkommen. So etwas gibt es heute kaum noch.

Danach haben wir uns aufgeteilt. Nathalie wollte sich unbedingt noch das Trekking-Camp Katzenwinkel anschauen und ist noch einmal hinaufgestiegen, ich bin unten an der Breg entlanggelaufen. Das ist übrigens ein praktischer Hinweis für alle, die nicht auf dem Trekkingplatz übernachten: Man muss den Aufstieg nicht machen, unten spart man Höhenmeter und läuft ein schönes Stück am Fluss. Im Ortskern von Hammereisenbach haben wir uns wieder getroffen.

Trekking-Camp Katzenwinkel auf dem WasserWeltenSteig
Trekking-Camp Katzenwinkel

An diesem Tag waren wir vor allem auf Forstwegen unterwegs, was besser war, als es klingt. Der Wald ringsherum war herrlich, mit dicken Moosteppichen zwischen den Stämmen und insgesamt sehr intakt – etwas, das man in Deutschland leider nicht mehr überall findet. Unterwegs haben wir einen Abstecher zu einer Quelle gemacht, die etwas abseits liegt. Als Zeltwanderer hat man Wasserstellen einfach immer auf dem Schirm und diese war den Umweg wert. (Koordinaten: 47°58’07.3″N 8°22’03.6″E)

Danach hat sich die Landschaft geöffnet, der Weg führte über Felder und Wiesen und wir haben lange einem Storch dabei zugesehen, wie er würdevoll durchs hohe Gras stakste und so tat, als wären wir gar nicht da. 

Am Campingplatz Kirnbergsee haben wir zuerst das Zelt aufgebaut und uns dann direkt ans Wasser gesetzt. Nicht lange, dann sind wir selbst hineingesprungen. Der Platz ist wirklich süß: Die Zeltwiese liegt ein Stück abseits vom Rest und direkt am See, sodass man das Gefühl hat, das es die überlichen Dauercamperburgen gar nicht gibt. Wer schon mal mit Zelt zwischen zwei Wohnmobilen auf einem Streifen Kies gestanden hat, weiß, was für einen Unterschied das macht.

Abends waren wir noch im Restaurant. Es gab Pizza und danach einen Eisbecher. Nach drei Tagen Trekking ist das einfach das Beste, was passieren kann.

Übernachtung

Campingplatz Kirnbergsee, Bräunlingen

Zeltwiese separat vom übrigen Platz und direkt am See, mit eigenem Zugang zur Badestelle. Restaurant mit leckerer Pizza und Eis auf dem Gelände.

Tipps

  • Wäsche waschen: Der Kirnbergsee liegt fast genau in der Mitte der Tour. Gerade im Sommer also die perfekte Gelegenheit, mal ein paar Sachen durchzuwaschen.
  • Frühstücksbrötchen vorbestellen: Am Abend der Ankunft online bestellen, morgens abholen. Nach tagelanger Trockennahrung ein kleiner, sehr willkommener Luxus.

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Etappe 4: Kirnbergsee – Achdorf

24 km | 200 hm im Aufstieg | 450 hm im Abstieg

Normalerweise werden wir von Vogelgezwitscher geweckt. An diesem Morgen war es um fünf Uhr das Krächzen der Kanadagänse, die sich in Scharen auf dem See tummelten. Früh aufstehen wollten wir ohnehin, denn vor uns lag eine lange Etappe. Die Frage war nur, wie viel Ruhe uns das Wetter lassen würde: Die einen Wetterdienste sagten Gewitter ab dreizehn Uhr, die anderen ab fünfzehn. Wir vermuteten die Wahrheit irgendwo dazwischen.

Schmetterlinge auf dem WasserWeltenSteig

Nach dem ersten und fast einzigen Aufstieg des Tages tauchten wir in den Wald ein. Dort erwartete uns ein Schmetterlingsaufkommen wie in einem Tropenhaus. Wir sind gelaufen und vor uns stoben ganze Schwärme in die Luft. Je weiter wir abstiegen, desto grüner und feuchter wurde es um uns herum.

Die erste Besonderheit war der Mauchachtunnel, durch den der Weg seit Kurzem führt. Man teilt ihn sich mit dem Bach, weshalb er nur bei niedrigem Wasserstand begehbar ist (Umgehung ist ausgeschildert, falls nötig) und drinnen ist es ziemlich dunkel. Eine kleine Lampe oder das Handylicht sind eine gute Unterstützung. 

Im Mauchachtunnel, neue Wegführung des WasserWeltenSteigs
Eingang zur Gauchachschlucht

Kurz darauf standen wir schon am Eingang zur Gauchachschlucht. Hinter uns türmten sich die Wolken auf und das Gewitter kündigte sich recht nachdrücklich an. Aber umdrehen wäre auch keine Lösung gewesen. Also rein.

Und es wurde sofort abenteuerlich, im allerbesten Sinne. Viele Brücken, manche nur schmale Stege mit einem Geländer, die sich aber auch mit großem Rucksack gut gehen lassen. Die Wege wurden immer schmaler und wurzeliger, überall kam mehr Wasser dazu, es plätscherte und sprudelte an allen Ecken. Die Gauchachschlucht ist die kleine Schwester der Wutachschlucht, deutlich weniger überlaufen, aber landschaftlich absolut auf Augenhöhe.

In der Gauchachschlucht auf dem WasserWeltenSteig
Gauchachschlucht

Um Punkt dreizehn Uhr fing es an zu regnen. Wir waren zu diesem Zeitpunkt im schönsten Teil der Schlucht. Zum Glück waren es nur noch zwei Kilometer bis zur Burgmühle, der einzigen Einkehr, und der Regen hat der Sache erst mal gar nicht geschadet – bei Nässe bekommt das Ganze fast etwas Dschungelhaftes. Irgendwann wurde er aber so stark, dass wir Respekt bekamen. Die Wege sind dann wirklich rutschig und mit vollem Rucksack will man da nicht ins Straucheln geraten.

In der Gauchachschlucht
Gauchachschlucht im Schwarzwald

Klatschnass sind wir angekommen, aber das war uns völlig egal, denn es gab Stachelbeer-Baiserkuchen. Ich glaube, ich habe selten ein Stück Kuchen so gewürdigt. Inzwischen donnerte und blitzte es auch. Wir haben lange überlegt, wie es weitergehen soll. Die Entscheidung haben uns dann andere abgenommen: Hinter uns saß ein Wanderführer mit einer Gruppe. Als die aufbrachen, dachten wir: “Wenn die das machen, machen wir das auch.”

Die Schlucht hatte sich komplett verwandelt. Kein Vogelgezwitscher mehr, keine sonnendurchfluteten Bachspiele, stattdessen hing überall Nebel zwischen den Felsen und alles wirkte noch dichter und grüner als vorher. Regenwaldfeeling im Schwarzwald.

Dann fing es noch einmal richtig an zu schütten. Da waren wir aber schon fast durch, sind nur noch über den Kanadiersteg gegangen und standen kurz darauf an der Wutachmühle. Dort gibt es einen Kiosk und die beiden Herren haben uns begrüßt, als hätten sie den ganzen Tag auf zwei durchnässte Wanderinnen gewartet. Heißer Tee, Pommes, Radler und über uns öffnete sich der Himmel noch einmal komplett.

Regen in der Gauchachschlucht
Kanadiersteg Wutach

Irgendwann haben wir die Optionen durchgesprochen und festgestellt: Es fährt ein Bus nach Achdorf. Es ist wirklich nicht weit, aber es galt die höchste Wetterwarnung und der Abschnitt ist landschaftlich nicht besonders spektakulär. Wir haben beschlossen, dass wir dafür kein Risiko eingehen müssen.

Unsere Unterkunft in Achdorf war dann etwas ganz Besonderes. Eigentlich wollten wir bei Nikolaus Kaiser nur unser Zelt im Garten aufstellen, aber es hatte stundenlang geregnet und regnete auch noch stundenlang weiter. Nikolaus sagte gleich beim Empfang: “Euer Zelt stellt ihr heute nicht draußen auf, ihr könnt bei mir im Stroh schlafen.” Denn dafür ist die Unterkunft eigentlich bekannt. An diesem Abend hatte sich sonst niemand angemeldet und so hatten wir den schönen Aufenthaltsbereich mit Wohnküche ganz für uns.

Aufenthaltsbereich Küche Schlafen im Stroh Achdorf
Nikolaus Kaiser Schlafen im Stroh Achdorf

Das war wirklich ein Segen bei dem Wetter, denn jetzt wo ich wieder halbwegs fit war, fing Nathalie an zu kränkeln. Sie hatte sich meine Erkältung eingefangen und sich nach der anstrengenden Tour einen trockenen Schlafplatz verdient.

Also haben wir zum ersten Mal in unserem Leben im Stroh geschlafen. Vorher hatten wir kurz Bedenken, weil wir beide Heuschnupfen haben, aber Nikolaus hat das mit einem Satz ausgeräumt: “Stroh ist nicht Heu.” Stimmt natürlich, wenn man einen Moment darüber nachdenkt. Es war ein ganz besonderes Erlebnis, und das lag nicht nur am Stroh – Nikolaus ist ein herzlicher Gastgeber, der sich kümmert und viele Geschichten auf Lager hat.

Übernachtung

Schlafen im Stroh bei Nikolaus Kaiser, Achdorf. 

Strohlager plus gemütlicher Aufenthaltsbereich mit Wohnküche, Dusche und Kochmöglichkeit. Alternativ könnt ihr auch euer Zelt im Garten aufstellen; die Zeltwiese hat einen eigenen Toilettencontainer. Vorher anmelden. Für Allergiker: Stroh ist nicht Heu, wir hatten trotz Heuschnupfen keine Probleme.

Tipps

  • Wetter checken vor der Schlucht: Bei Nässe werden die Pfade rutschig, im Winter ist die Etappe wegen Vereisung zu meiden. Trittsicherheit und feste Schuhe sind Pflicht.
  • Bargeld für die Burgmühle: Die einzige Einkehr in der Schlucht nimmt nur Bargeld. Am Kiosk an der Wutachmühle könnt ihr mit Karte zahlen.
  • Lampe für den Mauchachtunnel: dunkel, nass, und bei Hochwasser gar nicht passierbar – dann gibt es eine ausgeschilderte Alternativstrecke.

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Etappe 5: Achdorf – Trekking-Camp Blumberg / Randenhütte

17 km | 690 hm im Aufstieg | 310 hm im Abstieg (inkl. Abstecher nach Blumberg)

Die Nacht im Trockenen hatte Nathalie gutgetan, aber so richtig gesund war sie noch nicht. Starker Husten, vermutlich etwas Fieber – und vor uns lag ausgerechnet die Etappe mit den meisten Höhenmetern. Aus dem Tal, in dem die Schlucht endet, geht es fast siebenhundert Meter hinauf. Das hat sie sich mit ihrer Erkältung nicht zugetraut. Also ist sie in den Bus nach Blumberg gestiegen und ich bin gelaufen.

Erstes Ziel waren die Schleifenbachwasserfälle, wo der Bach in drei Kaskaden rund zwanzig Meter in eine kleine Schlucht stürzt. Der WasserWeltenSteig führt rechts vorbei, aber kurz davor zweigt links der Schluchtensteig ab und über den kommt man dem Wasser viel näher. Der Umweg ist etwas anspruchsvoller, über Treppen und zum Teil steile Stiegen hinunter, danach auf schmalen Wurzelpfaden wieder hinauf nach Blumberg. Wer halbwegs trittsicher ist, schafft das gut und ich würde es jederzeit wieder machen.

Schleifenbachwasserfälle Blumberg

In Blumberg habe ich Nathalie in einem netten Café wiedergetroffen, und wir haben uns noch belegte Brötchen für später einpacken lassen. Vorher sind wir beide zum Gänselieselbrunnen gegangen, einem öffentlichen Brunnen mit Trinkwasser. Und damit sind wir bei einem Thema, das auf deutschen Trekkingplätzen fast immer eine (problematische) Rolle spielt: die Wasserversorgung. Blumberg ist die letzte Gelegenheit, unkompliziert an Trinkwasser zu kommen und von dort sind es noch zehn bis zwölf Kilometer bis zum Camp. Man schleppt also ordentlich Gewicht den Berg hoch.

Ich hatte das Glück, dass Nathalie das Wasser im Bus transportiert hat. Wer allein unterwegs ist, sollte sich das gut überlegen. Oder einen Filter mitnehmen, dazu unten mehr.

Aus Blumberg heraus geht es steil bergauf, am Friedhof vorbei und hinauf auf den Buchberg. Der Aufstieg lohnt sich: ein herrlicher Blick über den Schwarzwald und oben steht die Buchberghütte als Rastplatz. Beim Abstieg zeigt ein Schild zum Naturkino, einer Ansammlung von Seelenbänken über dem Tal. Den kurzen Abstecher würde ich unbedingt empfehlen. 

Blick vom Buchberg
Naturkino Blumberg

Danach geht es fast durchgehend bergab bis Epfenhofen, immer wieder mit Blick auf die Viadukte der Sauschwänzlebahn. Die Bahn wurde zwischen 1887 und 1890 gebaut. Um die Steigung gering zu halten, wurde die Strecke von 9,6 Kilometern Luftlinie mit Hilfe von Viadukten und Tunneln auf über 25 Kilometer verlängert. Ihren Namen hat sie von einem Kreiskehrtunnel, der in einer vollen Spirale durch den Berg führt und an ein geringeltes Schweineschwänzchen erinnert.

In Epfenhofen habe ich Nathalie wieder eingesammelt und die letzten fünf Kilometer stiegen gemächlich an. Da es auch wieder eine Unwetterwarnung für die Nacht gab, duften wir in der Randenhütte übernachten, die etwa 1 km vor dem Trekking-Camp Blumberg liegt. 

Drinnen hing ein Schild, das uns darüber informierten, dass ein Siebenschläfer in der Hütte wohnt. Das haben wir erstmal so zur Kenntnis genommen. Und tatsächlich haben wir ihn draußen schon mehrfach über die Balken huschen sehen, während wir mit dem Trekkingwart geredet haben. Der ist extra hochgekommen. Wir haben lange mit ihm gequatscht und dabei gemerkt, mit wie viel Herzblut er und seine Frau sich um das Trekking-Camp Blumberg kümmern. Sie fahren fast täglich hoch, putzen und halten alles in Ordnung. 

Siebenschläfer in der Randenhütte
Randenhütte mit Zelt

Wir hatten auf eine friedliche Co-Existenz mit dem kleinen Siebenschläfer gehofft. Als wir aber drinnen unser Essen sortierten, saß er plötzlich auf dem Balken über uns und hat uns angeschrien. Ein sehr lautes, durchdringendes Piepsen. Und er hörte einfach nicht mehr auf damit. Während Nathalie unser Essen verteidigt hat, bin ich rausgegangen und habe das Zelt aufgebaut. Wenn das Gewitter kommt, dachten wir, können wir immer noch rein. Aber schlafen wollten wir dann doch lieber in unseren eigenen vier Zeltwänden.

Also haben wir den letzten Sonnenstrahlen zugesehen, die die Fichtenwipfel rosa gefärbt haben. In der Nacht hat es ein paar Mal stark geregnet, aber vom Gewitter blieben wir diesmal verschont.

Übernachtung

Trekking-Camp Blumberg

Buchbar über den Naturpark Südschwarzwald. Der Platz liegt im Wald neben einer Bienenbelegstelle. Es gibt kein Trinkwasser vor Ort. Entweder aus Blumberg mitbringen, in Epfenhofen beim Gasthaus “Löwen” fragen oder aus den dortigen Brunnen filtern (markiert mit “Kein Trinkwasser”, aber wir haben es gefiltert ohne Probleme getrunken).

Randenhütte als Schlecht-Wetter-Option. Etwa achthundert Meter bis einen Kilometer vor dem Camp. Der hintere Teil ist verschlossen, davor gibt es einen offenen Schutzraum mit Fensterläden, der bis auf den Türrahmen gut geschützt ist. Offiziell keine ausgewiesene Übernachtungsmöglichkeit, aber der Trekkingwart hat uns gesagt, dass niemand etwas dagegen hat, wenn man dort zeltet oder sich unterstellt. Sehr willkommen, wenn das Wetter unterwegs kippt.

Tipps

  • Über den Schluchtensteig zu den Schleifenbachwasserfällen: Kurz vor den Schleifenbachwasserfällen links abzweigen. Steile Stiege, schmaler Pfad, dafür kommt ihr dem Wasser richtig nah.
  • Einkaufen in Blumberg: Der Weg führt nicht durch den Ort, der Abstecher kostet zwei bis drei Kilometer. Lohnt sich trotzdem: einzige richtige Einkaufsmöglichkeit der Tour, mit Supermärkten, Drogerie und Apotheke.
  • Abstecher zum Naturkino: kostet kaum Zeit, perfekter Pausenplatz mit weitem Blick.
  • Wasser filtern in Epfenhofen: Die Brunnen im Ort sind als „kein Trinkwasser“ ausgeschildert, vermutlich weil die Qualität nicht regelmäßig geprüft wird. Wir haben gefiltert, ohne Probleme und mussten nicht alles aus Blumberg hochschleppen. Alternativ im Hotel “Löwen” fragen.

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Etappe 6: Randenhütte / Trekking Camp Blumberg – Neuhausen am Rheinfall

25 km | 320 hm im Aufstieg | 820 hm im Abstieg

Der Morgen an der Randenhütte war wunderschön und wir sind früh aufgestanden. Man ahnt es: Auch an diesem Tag saß uns das Gewitter im Nacken, diesmal immerhin erst für den späten Nachmittag angesagt.

Der allererste Abstecher führt zum Schwarzwaldblick – der letzte weite Blick zurück auf alles, was hinter uns lag. Kurz darauf kamen wir am Trekking-Camp Blumberg vorbei, das wir uns natürlich noch anschauen wollten. Es liegt sehr schön neben einer Bienenbelegstelle, einem abgelegenen Ort, an dem Bienenköniginnen gezielt verpaart werden, weil die Abgeschiedenheit fremde Drohnen fernhält. 

Auf dem Trekking-Camp Blumberg am WasserWeltenSteig
Toilette Trekking-Camp Blumberg

Das Camp hat schöne Sitzgelegenheiten rund um eine Feuerstelle und die Toilette war wirklich picobello gepflegt, genau wie der Trekkingwart es angekündigt hatte. Weil unser Zelt vom nächtlichen Regen klatschnass war, haben wir es hier noch einmal zum Trocknen aufgebaut. 

Dann war es nicht mehr weit bis zur Schweizer Grenze. Ab dort ändert sich die Markierung, der Weg ist nun orange ausgeschildert.

Kurz dahinter wartete eine Überraschung: der Hagenturm bei Merishausen. Wir hatten mit irgendeinem netten Aussichtsturm gerechnet und standen plötzlich vor einer vierzig Meter hohen Stahlfachwerkkonstruktion, die aussieht wie ein kleiner Eiffelturm. 225 Gitterstufen führen nach oben, die Plattform liegt auf 912 Metern und ist der höchste Punkt des Kantons Schaffhausen. Für Nathalie war das nicht ganz ohne: Die Konstruktion ist offen, man schaut überall hindurch und auch die Plattform oben besteht komplett aus Gitter. Der Blick reicht dafür bei guter Sicht über die gesamte Alpenkette bis ins Berner Oberland. Bei uns war es diesig, aber wir konnten sogar die Schweizer Bergriesen Eiger, Mönch und Jungfrau erahnen.

Danach ging es fast nur noch bergab. Der Wald wurde lichter, die Landschaft öffnete sich, der Schwarzwald blieb langsam zurück. Am Siblinger Randenhaus haben wir eine Pause gemacht, es gibt dort auch einen kleinen Hofladen mit Käse aus eigener Herstellung. Und die erste richtige Möglichkeit, nach der Nacht Trinkwasser aufzufüllen (etwa 11km nach dem Trekking-Camp Blumberg). 

Dann der Endspurt hinunter nach Neuhausen. Da sich das Gewitter schon hörbar näherte und wir auch schon die ersten Tropfen abbekommen hatten, kürzten wir die Tour ein wenig ab und verzichteten auf den Schlenker hinauf zum Beringer Randenturm. Ab dem Ortseingang von Neuhausen folgt man am besten einfach den Schildern, denn der Rheinfall ist schwer zu verfehlen. Nach all den ruhigen Tagen, an denen wir kaum jemandem begegnet sind, war das ein ziemlicher Kontrast: Am Rheinfall wimmelt es von Menschen aus aller Welt und man ist mit einem Mal wieder mittendrin.

Kein Wunder, denn der Rheinfall selbst ist echt beeindruckend. 150 Meter breit, 23 Meter hoch und im Sommer stürzen hier bis zu 600.000 Liter Wasser pro Sekunde in die Tiefe. Diese Wucht, dazu die Felsen, die das Wasser umtost – ein wirklich besonderer Ort. 

Wir haben uns den Wasserfall noch aus verschiedenen Perspektiven angeschaut, ein Eis gegessen und als es dann tatsächlich anfing zu gewittern, saßen wir schon im Bus nach Schaffhausen. 

Und damit war sie zu Ende, unsere Tour auf dem WasserWeltenSteig. Sechs Tage, sechs sehr unterschiedliche Nächte, vorbei an unterschiedlichsten Wassern. Uns hat der Weg gut gefallen. Man kann ihn entspannt gehen, er ist auch für Trekking-Anfänger:innen geeignet und es gibt auf jeder Etappe schöne Highlights, die man entdecken kann.  

Übernachtung

Schaffhausen. Vom Etappenende in Neuhausen in wenigen Minuten mit Bus oder Bahn erreichbar, die Altstadt ist wirklich hübsch. Reichlich Restaurants, allerdings zu Schweizer Preisen. 

Wir haben im Hotel Kronenhof  übernachtet. Die Lage ist perfekt, mitten im Zentrum und mit einem sehr guten Restaurant. Es gibt sogar einen kleinen Wellness-Bereich, wenn man die müden Wanderknochen ein wenig bei der Erholung unterstützen möchte. 

Tipps

  • Datenroaming ausschalten: Ab der Grenze gilt kein EU-Roaming mehr. WLAN gibt es am Siblinger Randenhaus, in Neuhausen und in Schaffhausen.
  • Franken für den Hofladen: Der Käse am Siblinger Randenhaus ist nur gegen Bargeld in Franken zu haben.
  • Hagenturm nur für Schwindelfreie: 225 Gitterstufen, offene Konstruktion, Gitterboden auch oben. 
  • Bootsfahrt am Rheinfall: Anlegestelle auf der Neuhauser Seite. Es gibt Rundfahrten von unterschiedlicher Dauer und die Felsenfahrt, bei der ihr auf dem Felsen mitten im Wasserfall aussteigt. Die Preise sind moderat.
  • Ab ins Rhybadi in Schaffhausen: Unser heimlicher Höhepunkt. Ein Flussbad direkt im Rhein. Drinks und Essen zu für Schweizer Verhältnisse fairen Preisen, im Sommer fast jeden Abend Livemusik ohne Eintritt. Wir sind abends um neun zufällig vorbeigekommen und waren sofort begeistert.

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Rhybadi Schaffhausen

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