Wenn man gerade durch Instagram scrollt, könnte man meinen, beim Wandern zählt nur noch eins: höher, schneller, weiter. Und für so manchen wäre der DonAUwald-Wanderweg vermutlich nicht mehr als ein Spaziergang. Unter 1000 Höhenmetern zählt´s ja eh nicht als Wandern und wenn schon nicht hoch, dann bitte wenigstens 30 Kilometer am Stück, am besten im Backyard-Ultra-Stil, immer wieder, möglichst ohne Pause, für Stunden, Tage, am liebsten Wochen.
Falls euch das gerade zu viel ist: Wir haben das komplette Gegenprogramm für euch getestet. Der DonAUwald-Wanderweg kommt auf seinen rund 60 Kilometern auf gerade einmal 68 Höhenmeter (plus ein paar Höhenmeter in den Etappenorten auf dem Weg zur Unterkunft) und die lassen sich auch noch wunderbar auf vier bis fünf entspannte Tage verteilen. Genug Zeit also, um den Wasserläufern auf den vielen Weihern und Bächen am Weg beim Planschen zuzusehen, den Zugvögeln am Faiminger Stausee eine Weile Gesellschaft zu leisten oder abends noch eine ausgiebige Runde durch eines der gemütlichen Donau-Städtchen zu drehen.
Wir sind den flachsten Premiumwanderweg Deutschlands Ende September in vier Tagen gegangen, von Günzburg bis Schwenningen, immer an der Donau entlang, durch Auwälder, kleine Seenlandschaften und mitten hinein in schwäbische Kleinstadtromantik. Hier kommt alles, was ihr für die eigene Planung braucht, plus unser ausführlicher Erfahrungsbericht zu allen vier Etappen.
Aber bevor es richtig losgeht: Zwei Begriffe sollten wir kurz klären, die euch in diesem Beitrag noch öfter über den Weg laufen werden.

Was ist eigentlich ein Auwald?
Der DonAUwald-Wanderweg verdankt seinen Namen genau dieser Landschaft: dem Auwald. Das ist ein Waldtyp, der sich entlang von Flüssen in den Auen bildet. Gemeint ist damit die Zone, die regelmäßig überflutet wird oder einen sehr hohen Grundwasserspiegel hat. Fachleute unterscheiden dabei zwei Zonen. Die sogenannte Weichholzaue liegt näher am Wasser und wird häufig überschwemmt. Hier wachsen vor allem Weiden, deren biegsames Holz solche Wassermassen gut aushält. Etwas höher liegt die Hartholzaue. Sie wird seltener überflutet und bietet dafür Platz für stabilere Bäume wie Eiche, Esche und Ulme. Die Esche etwa verträgt zwei bis vier Monate Überschwemmung pro Jahr, ohne Schaden zu nehmen.
Der Schwäbische DonAUwald gilt als eines der größten zusammenhängenden Auwaldgebiete an deutschen Flüssen überhaupt. Das Fördergebiet des zugehörigen Naturschutzgroßprojekts erstreckt sich über 87 Kilometer entlang der Donau und beherbergt mehr als 520 Arten, die auf der Roten Liste stehen.

Und was ist eigentlich ein Premiumwanderweg?
“Premiumweg” ist kein beliebiges Marketing-Label, sondern eine Zertifizierung des Deutschen Wanderinstituts. Für die Auszeichnung “Deutsches Wandersiegel” wird jeder einzelne Kilometer eines Weges nach 34 Kriterien bewertet, insgesamt rund 200 Einzelmerkmale – von der Beschaffenheit des Wegbelags über die Vielfalt der Landschaft bis zu kulturellen Highlights am Wegesrand und der Qualität der Beschilderung. Hier könnt ihr euch die komplette Kriterienliste in Ruhe anschauen.
Konkret bedeutet das: Je naturbelassener der Untergrund, je abwechslungsreicher Wald und Flur, je mehr eindrucksvolle Ausblicke, Gewässer oder historische Ortsbilder ein Weg bietet, desto mehr Punkte sammelt er. Umgekehrt gibt es Abzüge für Straßenbegleitung, Verkehrslärm oder eintönige, zerstörte Landschaftsbilder. Nur Wege, die am Ende im Durchschnitt über die gesamte Streckenlänge gut genug abschneiden, dürfen sich Premiumwanderweg nennen.
Der DonAUwald-Wanderweg hat diese Prüfung bestanden. Ihr könnt euch also auf viele naturbelassenen Pfade, die Auwälder, Seen und kleinen Städte entlang der Strecke freuen.


Beste Reisezeit für den DonAUwald-Wanderweg
Der DonAUwald-Wanderweg lässt sich von Frühjahr bis Herbst gut erwandern. Von November bis Februar hält der Auwald Winterschlaf und wird offiziell nicht begangen, die empfindliche Natur braucht in dieser Zeit ihre Ruhe. Wir sind Ende September unterwegs gewesen und hatten einen goldenen Herbststart mit den ersten bunten Blättern an den Bäumen und Sträuchern, stimmungsvollem Morgennebel und trotzdem noch angenehmen Temperaturen tagsüber.

Etappen im Überblick
Offiziell ist der DonAUwald-Wanderweg in fünf Etappen unterteilt:
- Günzburg – Offingen (ca. 12 km)
- Offingen – Gundelfingen (ca. 10 km)
- Gundelfingen – Lauingen – Dillingen (ca. 14 km)
- Dillingen – Höchstädt (ca. 10 km)
- Höchstädt – Schwenningen (ca. 14 km)
Wir sind die Tour in vier Tagen gegangen und haben dabei die Etappen 4 und 5 zu einer langen Tagesetappe zusammengelegt. Wer es etwas gemütlicher mag, kann genauso gut in fünf oder sogar sechs Tagen (z.B. mit Übernachtung in Lauingen) unterwegs sein. Jede Variante lässt sich beliebig an die eigene Kondition anpassen. Beachtet auch, dass zur Kilometerzahl oben ggf. noch 1-3 Kilometer Zuweg zur jeweiligen Unterkunft kommen kann.
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Weitere InformationenAnreise und Bahnanbindung
Ein großer Pluspunkt dieses Weges: Jeder einzelne Etappenort liegt direkt an der Donautalbahn, man kann also flexibel an- und abreisen, einzelne Etappen kombinieren oder bei Bedarf abkürzen. Der Startpunkt in Günzburg ist sogar mit dem ICE erreichbar z.B. von München aus.

Unterkünfte auf dem DonAUwald-Wanderweg
Auf unseren vier Etappen haben wir in folgenden Unterkünften übernachtet:
- Landgasthof Krone, Offingen
- Gasthof Sonne, Gundelfingen (Familie Delle)
- Hotel Sleepy Sleepy, Dillingen
- Schloss Kalteneck, Schwenningen
Weitere Unterkunftsmöglichkeiten findet ihr auf der offiziellen Seite des DonAUwald-Wanderweges.
DonAUwald-Wanderweg mit Zelt
Entlang des DonAUwald-Wanderwegs gibt es keine offiziellen Trekking-Camps und Wildcampen ist wie in den meisten Regionen Deutschlands nicht erlaubt. Wer trotzdem mit Zelt unterwegs sein möchte, findet allerdings zwei reguläre Campingplätze in Etappennähe:
- Camping Gutshof Donauried in Günzburg – am Start/Ende der Tour, auch Übernachtung in Schlaffässern möglich
- NICHT ZUM ZELTEN, aber passt als Überbrückung zu langer Distanzen zum Camping-Vibe: Nesthocker Bauwagencamp in Offingen
- Donau Camping direkt an der Donau in Dillingen – mit Stellplätzen unter altem Baumbestand und eigenem Biergarten

Verpflegung unterwegs
Entlang der reinen Wegstrecke gibt es kaum Einkehrmöglichkeiten. Nur in Lauingen könnt ihr unterwegs in einem der Restaurants vor Ort einkehren. Ansonsten empfiehlt es sich, sich morgens in den Etappenorten einzudecken, zum Beispiel bei den örtlichen Bäckereien oder Supermärkten. Also unbedingt dran denken, genügend Snacks einzupacken! Schaut dazu auch gern nochmal in unsere Etappenbeschreibungen unten, da gibt es noch ein paar Verpflegungstipps.


Orientierung und Umleitungen auf dem DonAUwald-Wanderweg
Der DonAUwald-Wanderweg ist als Premiumwanderweg durchgehend sehr gut beschildert, an jeder Kreuzung und jedem Abzweig findet man die charakteristische Wegmarkierung. Verlaufen ist also eigentlich kein Thema.

Trotzdem lohnt es sich, vorab Kartenmaterial zu besorgen: In der Tourist-Info in Günzburg (im Rathaus am Schloßplatz 1) gibt es ein Karten-Set mit einer eigenen kleinen Karte für jede Etappe inkl. der Strecke selbst und Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Natur am Wegesrand. Wer nicht persönlich vorbeikommt, kann sich die Broschüren und Karten auch online bestellen. Auf der offiziellen Webseite des DonAUwald-Wanderwegs gibt es zudem zu jeder Etappe GPX- und KML-Dateien zum Download sowie PDFs mit Streckenbeschreibungen, praktisch für alle, die lieber mit dem Smartphone oder GPS-Gerät navigieren.
Zu den GPX-Daten (unter Tourdetails)
Durch Baumschäden oder Pflegearbeiten im Auwald kann es zu (temporären) Umleitungen kommen. Keine Sorge, die sind genauso gut ausgeschildert wie der reguläre Weg: Das vertraute DonAUwald-Symbol erscheint dann einfach auf gelbem statt auf weißem Grund, sodass man auch unterwegs sofort erkennt, wo man sich gerade befindet. Wer ganz sichergehen möchte, kann sich vor der Tour auf der offiziellen Webseite über aktuelle Streckenänderungen und Sperrungen informieren, so erlebt man keine Überraschungen und kann die Tour notfalls auch kurzfristig anders planen.
Zu den Umleitungen und Streckensperrungen


Unsere Etappen auf dem DonAUwald-Wanderweg
Etappe 1: Günzburg – Offingen
📍 ca. 12 km (+ 1,2 km Zuweg)
Der Weg von Berlin nach Günzburg ist lang, aber er hat uns an diesem Tag keine Probleme gemacht. Ein kurzer Zwischenstopp am Münchner Hauptbahnhof, Umstieg in den nächsten ICE und schon standen wir in Günzburg auf dem Bahnsteig.
Vom Bahnhof ging es erst einmal ins Städtchen hinein, wo wir uns auf dem Marktplatz einen Kaffee gönnten und eine kleine Runde durch die hübsche Altstadt drehten. Ein Abstecher führte uns ins Rathaus am Schloßplatz, dort sitzt die Tourist-Info. Hier gibt es Broschüren und für jede Etappe eine eigene kleine Karte zum DonAUwald-Wanderweg mit der Strecke selbst, aber auch mit Tipps und Informationen zur Natur und den Sehenswürdigkeiten am Wegesrand.
Zurück am Bahnhof, dem offiziellen Startpunkt der Tour, ging es dann wirklich los. Durch den historischen Bürgerpark und weiter über den Kreuzberg haben wir gefühlt gleich zum Anfang die meisten der 68 Höhenmeter des gesamten DonAUwald-Wanderweges abgerissen.
Bald bekamen wir die Donau zum ersten Mal richtig zu Gesicht. Wir überquerten die Donaubrücke, ließen Günzburg schnell hinter uns und wanderten im schönsten Sonnenschein über Wiesen und Felder. Den eigentlichen Donauwald streiften wir dabei nur ab und zu, denn durch Baumbruch der letzten Monate wird die Strecke abschnittweise umgeleitet. Dadurch konnten wir ein paar vermutlich besonders schöne Passagen nicht gehen und waren stattdessen mehr auf Schotterwegen unterwegs.


Geschadet hat es dem Tag trotzdem nicht, die Weitblicke blieben schön und wir haben nach der langen Zugfahrt genossen, einfach vor uns hin zu laufen.
Im herbstlichen Abendlicht überquerten wir schließlich die letzte Brücke und liefen nach Offingen hinein. In unserer Unterkunft angekommen, war an diesem Abend nicht mehr viel los: Wir gönnten uns die ersten Spätzle der Reise (schließlich waren wir ja mitten in Schwaben) und fielen danach zufrieden ins Bett.
Übernachtung:
Geschlafen haben wir im Landgasthof Krone, einem familiengeführten Haus, das schon seit 1701 am Ort steht. Die gemütlichen Zimmer sind frisch renoviert und das hauseigene Restaurant serviert genau die gutbürgerliche, regionale Küche, die man sich nach so einem ersten Wandertag wünscht.
Tipps:
- In Günzburg unbedingt bei der Tourist-Info im Rathaus (Schloßplatz 1) vorbeischauen und die Etappenkarten mitnehmen.
- Entlang der Strecke gibt es keine Einkehrmöglichkeit, vorher in Günzburg versorgen.
- Bei gutem Wetter hat die Radler-Tankstelle (schöner Biergarten direkt am Fluss) an der Donaubrücke Offingen geöffnet.
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Weitere InformationenEtappe 2: Offingen – Gundelfingen
📍 ca. 10 km (+ 3 km Zuweg)
Bevor es zurück zur Donau ging, machten wir noch einen kleinen Abstecher zur Bäckerei Mayr. Dort wurden wir so herzlich empfangen, dass wir trotz Frühstück in unserer Unterkunft nicht widerstehen konnten: Frisch gemachte Butterbrezeln für den Tag, denn auch auf dieser Etappe gab es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit.
Auf der anderen Donauseite ging es schnell hinein in den Wald, auf schmalen Pfaden, über Holzbohlenwege und kleine Brücken, die uns über die Gewässer des Auwalds führten. Immer wieder beobachteten wir die winzigen Wasserläufer und kleinen Fische, die sich durchs klare Wasser schlängelten.

Zurück am Donauufer waren wir überrascht, wie naturbelassen der Fluss hier noch war. Hier wird die Donau noch nicht beschifft, stattdessen starteten und landeten mit kräftigem Flügelschlag Schwäne und andere Wasservögel direkt vor uns und ließen sich von uns kaum stören.
An der Staustufe Gundelfingen fanden wir eine Bank mit Blick aufs Wasser und machten Rast. Die Sonne hielt sich an diesem Tag zurück und es lag schon richtig viel Herbst in der Luft.
Nach unserem kleinen Mittagspicknick führte der DonAUwald-Wanderweg wieder in den Wald, wo wir lange ein Reh auf einer Lichtung beobachteten, bis es uns bemerkte und davonhüpfte. Auch hier zeigten sich schon die ersten Herbstfarben und der Weg führte wieder über Plankenwege, da kam fast ein bisschen Schweden-Feeling auf. Immer wieder lagen kleine Wasserarme und Kanäle am Weg, dicht bedeckt mit grünen Wasserlinsen, ein Bild, das uns beiden besonders im Kopf geblieben ist.


Kurz vor Gundelfingen kamen wir an der Wotanseiche vorbei, einem beeindruckenden Naturdenkmal, bevor wir die “Gärtnerstadt” erreichten. Gundelfingen trägt diesen Beinamen zu Recht, hier haben sich traditionell viele Gärtnereien und Baumschulen angesiedelt. Wir entschieden uns, noch ein Stück weiterzulaufen und im Garten-Land Wohlhüter einzukehren, einem der großen Gartencenter der Stadt mit eigenem Palmen-Café. Bei sehr leckerem Kuchen ließen wir uns nieder und schlenderten danach noch ein wenig durch das Gelände.
Von dort war es nicht mehr weit zu unserer Unterkunft bei Familie Delle. Der Gasthof Sonne wird seit Jahrzehnten von Jutta Delle mit viel Herzblut geführt, ein echter Familienbetrieb, bekannt vor allem für die eigene Angus-Rinderzucht. Wir ließen uns das selbst gezüchtete Rind im Restaurant schmecken und wurden anschließend noch ein wenig durchs Restaurant geführt. Stolz präsentierte uns Frau Delle die Auszeichnungen an den Wänden. Zum Verdauen drehten wir eine Runde durch die beleuchteten Gässchen der Gundelfinger Altstadt, bevor wir müde ins Bett fielen.


Übernachtung:
Unsere Unterkunft für die Nacht war der Gasthof Sonne, seit 1919 und mittlerweile in vierter Generation in Familienhand. Das Herzstück des Betriebs ist die eigene Angus-Rinderzucht im Donaumoos, artgerecht auf der Weide gehalten und über die hauseigene Metzgerei direkt im Restaurant verarbeitet.
Tipps:
- In Offingen noch bei der Bäckerei Mayr (Am Steinbrunnen 238) vorbeischauen und sich für den Tag eindecken, unterwegs gibt es keine Einkehrmöglichkeit
- Ein Abstecher ins Palmen-Café im Garten-Land Wohlhüter (Medlinger Str. 52) in Gundelfingen lohnt sich, wenn man noch 1-2 Kilometer in den Beinen hat (es liegt ein wenig außerhalb des Ortes).
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Weitere InformationenEtappe 3: Gundelfingen – Lauingen – Dillingen
📍 ca. 14 km (+ 3 km Zuweg zur Strecke, + 1,2 km Zuweg zur Unterkunft)
Der Morgen begann verwunschen: Als wir aus dem Fenster schauten, war der Dorfplatz kaum zu erkennen, alles lag im dichten Nebel. Eine Stunde später strahlte die Sonne aber wieder und wir waren bereit für einen weiteren Tag im Donauwald. Der Weg durch das noch ruhige Gundelfingen am frühen Morgen hatte seinen ganz eigenen Charme, bevor es über die Brücke hinaus auf Felder und Wiesen ging. Dort lag noch der Morgentau auf feinen Spinnweben und glitzerte in der Sonne, dieser typische Altweibersommer-Moment, der den Herbst ankündigt.


Am Faiminger Stausee, einem der größten Rastplätze für Zugvögel in ganz Süddeutschland, hielten wir das erste Mal länger inne und beobachteten die schnatternden Enten auf dem Wasser. Zurück im Wald zeigte sich schnell: Diese Etappe würde eine der schönsten der gesamten Tour werden. Wieder begleiteten uns die wilden Orchideen am Wegesrand, kurz vor Lauingen führte der Weg sogar an einer Art Mini-Kanal entlang, der uns ein bisschen an die Levadas auf Madeira erinnerte.

Tatsächlich bündelt dieser kleine Kanal Quellrinnsale, die von der Schwäbischen Alb herunterkommen. Schon vorher hatten wir übrigens die Brenz überquert, einen gut 50 Kilometer langen Nebenfluss der Donau, der uns auf dieser Etappe ein Stück begleitete, bevor er bei Faimingen/Lauingen in die Donau mündet.


In Lauingen hätten wir durchaus einkehren können, die Stadt hat ein paar nette Restaurants und auch einen Biergarten zu bieten. An Letzterem kamen wir kurz vorbei, er war aber nicht so ganz unser Fall. Stattdessen entschieden wir uns für einen schnellen Stopp beim Bäcker, holten uns unser Mittagessen to go und suchten uns lieber eine Bank im Wald, um dort in Ruhe zu essen. Weiter ging es vorbei an Weihern und schließlich an der Herrgottsruhkapelle, einem kleinen, 1750 erbauten Kraftort am Terrassenrand zwischen Lauingen und Dillingen.
Das letzte Highlight des Tages wartete kurz vor Dillingen: die Natur-Kneippanlage an der Donau. Genau an dieser Stelle stieg Sebastian Kneipp 1849 zum ersten Mal ins kalte Wasser, um seine Tuberkulose zu heilen und legte damit den Grundstein für seine berühmte Wassertherapie. Bei dem erneut sommerlich warmen Tag war das kühle Wasser eine wunderbare Erfrischung und wir staksten eine ganze Weile durch den Fluss.


In Dillingen sind wir geradewegs mitten in die Vorbereitungen zur Dillinger Nacht gelaufen, ein Stadtfest, bei dem alle Geschäfte bis spät geöffnet haben. Nach kurzem Zwischenstopp im Hotel zum Duschen und Umziehen mischten wir uns, mit 20 Kilometern in den Beinen, noch kurz unters Partyvolk: ein bisschen durch die Stadt schlendern, hier und da Musik hören, etwas essen. Danach ging es aber auch schon bald zurück ins Hotel, Fenster so gut es ging geschlossen und trotz Feierlaune draußen schliefen wir überraschend ruhig.
Übernachtung:
Wir haben im Hotel Sleepy Sleepy übernachtet, einem modernen Haus mitten in der Dillinger Altstadt, das erst 2018 eröffnet wurde. Die Zimmer sind klimatisiert, zum Haus gehört sogar eine Fahrradgarage mit Lademöglichkeit für E-Bikes, praktisch, denn Dillingen liegt direkt am Donauradweg. Das Frühstück war sehr gut!
Tipps:
- In der Innenstadt von Lauingen gibt es mehrere Restaurants und eine Bäckerei mit leckeren Salaten to go.
- Die Natur-Kneippanlage in Dillingen ist ein Muss! Von da kann man auch direkt weiter ins Dillinger Zentrum laufen. Einfach dem Weg entlang der Felder folgen.
- In Lauingen lohnt sich ein Abstecher zum 54 Meter hohen Schimmelturm. Von oben hat man einen tollen Blick auf die Altstadt, den Donaulauf und die umliegenden Auwälder, bei klarer Sicht soll man sogar bis zu den Alpen sehen können. Den Schlüssel zur Besichtigung gibt´s im Bürgerbüro Lauingen (zu den normalen Öffnungszeiten) oder im Hotel Lodner (auch am Wochenende).
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Weitere InformationenEtappe 4: Dillingen – Schwenningen
📍 ca. 23 km (+ 1,5 km Zuweg)
Mit 25 Kilometern unsere längste geplante Etappe auf dem DonAUwald-Wanderweg, aber bei diesem Höhenprofil keine, vor der wir uns wirklich fürchten mussten. Nach einem guten Frühstück im Hotel Sleepy Sleepy zogen wir los, fest entschlossen, erstmal konzentriert ein paar Kilometer zu sammeln, ohne zu viele Pausen. Dieser Plan hielt genau ein paar hundert Meter, dann sahen wir rosa Fähnchen mit der Aufschrift Wetzel und dem Hinweis auf einen Werksverkauf. Wie kann man da vorbeigehen?! Die Dillinger Oblaten- und Waffelfabrik verkauft dort auch kleine Versionen ihrer bekannten Oblaten, quasi im Wanderfomat perfekt für den Rucksack. Und so machten wir unseren ersten Abstecher des Tages, kaum dass wir losgelaufen waren.

Der Weg führte weiter an morgendlich-dunstigen Wiesen vorbei und schon bald standen Seen und Weiher im Mittelpunkt. An einem der ersten Gewässer wies ein Schild auf Biberlöcher hin, Eingänge zu den Wohnbauten der Tiere, die immer unter Wasser liegen, zum Schutz vor Feinden. Auf schmalen Pfaden liefen wir um die Seen herum, über kleine Brücken. An einem der Seen blieben wir lange stehen, um die morgendliche Idylle zu genießen: erste Herbstfärbung, zwitschernde Vögel, quakende Frösche – ziemlicher Naturkitsch, so wie wir ihn lieben!


Ein kurzer, für diese Etappe fast untypischer Anstieg brachte uns auf eine kleine Geländekante, die Stufe zwischen der höheren Terrasse des Donautals und der Flussaue, mit einem schönen Blick über den Auwald. Dort gönnten wir uns schon nach ein paar Kilometern unsere erste Oblate. Weiter ging es wieder bergab, vorbei an dicken, knorrigen Weiden und noch mehr Seen, auf denen hier und da eine letzte gelbe Seerosenknospe aus dem schon überwiegend verblühten Bestand herausschaute.


Nach einem kurzen Abstecher an die Donau erreichten wir die Bruckmahdseen, eine ganze Kette von Fischweihern, offenbar von verschiedenen Angelvereinen gepflegt. Von dort ging es noch einige Kilometer an der Donau entlang, bei inzwischen warmem, sonnigem Wetter, bevor wir uns endgültig von unserem Begleitfluss der letzten vier Tage verabschiedeten. Eine ganze Schafherde mähte uns ein Abschiedslied und dann bogen wir ab in Richtung Schwenningen.

Schon von Weitem erkannten wir unsere Unterkunft für die letzte Nacht: Schloss Kalteneck, ein echtes Wasserschloss, das auf einer künstlichen Insel in einem Quellweiher steht, umgeben von einem Burggraben und nur über eine kleine Brücke erreichbar. Wir hatten kurz Bedenken, dass uns das als verschwitzte, leicht ramponierte Wandernde vielleicht zu schick sein könnte, aber das Gegenteil war der Fall. Brigitte, die das Schloss führt, empfing uns herzlich und entspannt. Das Abendessen hatten wir schon vorher per SMS abgesprochen, denn ein klassisches Restaurant gibt es hier nicht. Brigitte und ihre Mutter kochen jeden Abend für ihre Gäste.


Wir ließen uns erstmal in unserem kleinen Turmzimmer nieder. Füße hoch, duschen und die Abendsonne durchs Fenster genießen, bevor wir im Biergarten noch einen herrlich lauen Frühherbstabend bei Schnitzel und Käsespätzle verbrachten. Eine abendliche Runde ums beleuchtete Schloss schloss den Tag ab, bevor wir über den Burggraben zurück in unser Turmzimmer und in eine ruhige letzte Nacht gingen. Am nächsten Morgen, nach einem sehr guten Frühstück und einem netten Plausch mit Brigitte, ging es zum Bahnhof Schwenningen und schneller als uns lieb war wieder zurück in Richtung Berlin.

Übernachtung:
Unsere letzte Nacht haben wir in Schloss Kalteneck verbracht, einem kleinen Wasserschloss aus dem Jahr 1570. Seit 1890 ist es im Besitz der Familie Paulin, die es bis heute in vierter und fünfter Generation führt. Ein klassisches Restaurant gibt es hier nicht, stattdessen kocht die Gastgeberin individuell für ihre Gäste.
Tipps:
- Spaziergang durch die Dillinger Altstadt machen: das Schloss auf der Hochterrasse über der Stadt (einst Residenz der Augsburger Fürstbischöfe), die prachtvolle Studienkirche mit ihrem Rokoko-Innenraum und die Königstraße mit dem Mitteltorturm, Altem und Neuem Rathaus. Dillingen wird wegen seiner vielen Kirchen auch das “Schwäbische Rom” genannt
- Werksverkauf Wetzel in Dillingen für Wanderproviant nicht verpassen.
- Übernachtung und Abendessen in Schloss Kalteneck unbedingt vorher absprechen, es gibt im Ort sonst keine Einkehrmöglichkeit.
- Direkt am Schloss gibt es eine Kneippanlage mit Barfußpfad, ideal für müde Wanderfüße.
Etappe auf Komoot anschauen (zum Entsperren anklicken):
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Weitere Informationen
Was gehört alles in den Rucksack bei einer Mehrtagestour? Schau dir gern unsere Packliste an!
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